Labra­dor Retrie­ver: Arbeits­li­nie vs. Show­li­nie im Ver­gleich

Wuss­test Du, dass es zwei Vari­an­ten des Labra­dor Retrie­vers gibt? Die Show­li­nie (Clas­sic line) und die Arbeits­li­nie (Field tri­al line) des Labra­dors brin­gen teil­wei­se unter­schied­li­che Eigen­schaf­ten und Merk­ma­le mit sich.

Der Labra­dor gilt als beson­ders freund­li­cher Hund und ist vor allem bei Hun­de­an­fän­gern und Fami­li­en sehr beliebt.

Aber ist er wirk­lich so leicht zu erzie­hen? Wel­che Anfor­de­run­gen stellt die Super-Spür­na­se? Muss ich einen Labra­dor der Arbeits­li­nie zwin­gend zu einem Rettungs‑, Such‑, oder The­ra­pie­hund aus­bil­den? Wel­che Unter­schie­de gibt es in der Arbeits- und Show­li­nie des Labra­dors? Die­se und wei­te­re Fra­gen rund um die vier­bei­ni­ge Froh­na­tur klä­ren wir jetzt!

Labrador aus Showlinie und Labrador aus Arbeitslinie
Labra­dor aus Show­li­nie (links) und Labra­dor aus Arbeits­li­nie (rechts)

Ras­se-Steck­brief Labra­dor Retrie­ver

Wir star­ten mit einem kur­zen Über­blick über den Labra­dor Retrie­ver:

Name der Ras­seLabra­dor Retrie­ver
Unter­tei­lungClas­sic line (Show­li­nie), Field tri­al line (Arbeits­li­nie)
Her­kunftOst­küs­te Kana­das / Groß­bri­tan­ni­en
FCI-Klas­si­fi­ka­ti­onGrup­pe 8: Appor­tier­hun­de, Stö­ber­hun­de, Was­ser­hun­de;  Sek­ti­on 1: Appor­tier­hun­de; mit Arbeits­prü­fung
Grö­ßeMit­tel­groß
Schul­ter­hö­he55 bis 62 cm
Gewicht25 bis 36 Kilo­gramm
Fell­far­benSchwarz, Braun (Scho­ko­braun), Gelb
Lebens­er­war­tung10 bis 12 Jah­re
WesenFreund­lich, fröh­lich, arbeits­wil­lig, intel­li­gent, eif­rig, aus­ge­gli­chen, auf­ge­weckt, inter­es­siert, neu­gie­rig, kon­takt­freu­dig
Typi­sche Eigenschaften/ Beson­der­hei­tenLiebt Was­ser und appor­tie­ren min­des­tens so sehr wie sei­ne Fami­lie!
Für Anfän­ger geeig­net?Ja
Jagd­triebJa
Aktivitätslevel/ Bewe­gungs­be­darfMit­tel bis hoch
Erzieh­bar­keitGut erzieh­bar, dank aus­ge­präg­tem “will-to-plea­se”
Labradore gibt es in den Farben Braun, Gelb und Schwarz
Labra­do­re gibt es in den Far­ben Braun, Gelb und Schwarz

Geschich­te und Her­kunft der Labra­do­re 

Die Geschich­te des Labra­dors geht bis ins 15. Jahr­hun­dert zurück. Durch den Han­del über die Welt­mee­re kamen damals bri­ti­sche See­leu­te nach Neu­fund­land an der Ost­küs­te von Kana­da. Vie­le Indi­zi­en las­sen dar­auf schlie­ßen, dass der Labra­dor Retrie­ver eng mit dem Neu­fund­län­der ver­wandt ist. Der Grund, war­um Du immer wie­der liest, dass es sich beim Labra­dor Retrie­ver um eine bri­ti­sche Hun­de­ras­se han­delt, ist, dass erst dort Anfang des 19. Jahr­hun­derts mit sei­ner Zucht begon­nen wur­de. Seit jeher ver­brei­tet sich der freund­li­che Retrie­ver rund um den Glo­bus. Sei­ne ursprüng­li­che Eig­nung war das Appor­tie­ren von Was­ser­vö­geln, Fischen und ver­lo­ren gegan­ge­nen Fischer­net­zen. Das wei­che Maul hat der Labra­dor, um an den appor­tier­ten Gegen­stän­den und Fän­gen kei­nen Scha­den anzu­rich­ten. Der Name der Ras­se wird abge­lei­tet vom Eng­li­schen “to retrie­ve”, was so viel bedeu­tet wie “etwas zurück­ho­len”.

Anfang des 20. Jahr­hun­derts kris­tal­li­sier­te sich aus der Show­li­nie, im Eng­li­schen “Clas­sic line” die Arbeits­li­nie, im Eng­li­schen “Field tri­al line” her­aus. Zucht­ziel der Labra­dor Arbeits­li­nie war, noch wen­di­ge­re, klei­ne­re und schlan­ke­re Hun­de für die Jagd her­an­zu­zie­hen. 

Um mit der ver­wir­ren­den Namens­ge­bung auf­zu­räu­men, hier noch ein­mal die jewei­li­gen Bezeich­nun­gen des Labra­dor Retrie­vers im Über­blick:

  1. Show­li­nie, im eng­li­schen “Clas­sic line” = Ursprüng­li­cher, klas­si­scher Labra­dor Retrie­ver
  2. Arbeits­li­nie, im eng­li­schen “Field tri­al line” = Aus der Clas­sic line ent­stan­de­ner Labra­dor Retrie­ver, kann aus dem Eng­li­schen auch mit Jagd­hun­de­li­nie über­setzt wer­den
Brauner Labrador Retriever aus der Arbeitslinie
Brau­ner Labra­dor Retrie­ver aus der Arbeits­li­nie
Brauner Labrador Retriever aus der Showlinie
Brau­ner Labra­dor Retrie­ver aus der Show­li­nie

Merk­ma­le und Unter­schie­de der Arbeits- und Show­li­nie 

Sowohl bei der Arbeits­li­nie als auch bei der Show­li­nie des Labra­dor Retrie­vers han­delt es sich um einen über­aus freund­li­chen, arbeits­wil­li­gen, intel­li­gen­ten, akti­ven und was­ser­lie­ben­den Hund. Vie­le Attri­bu­te tref­fen sowohl auf die Clas­sic line als auch auf die Field tri­al line zu und trotz­dem gibt es ein paar deut­li­che Unter­schie­de. Vor allem optisch lässt sich schnell erken­nen, wel­cher Labra­dor zu wel­cher Zucht­li­nie gehört. Nach­fol­gend fin­dest Du zwei Tabel­len, in denen Du Über­ein­stim­mun­gen und Unter­schie­de zwi­schen der Show- und Arbeits­li­nie in Bezug auf Kör­per­bau und Erschei­nungs­bild, Ver­hal­ten und Cha­rak­ter sowie Ein­satz­ge­bie­te und Fähig­kei­ten fin­dest.

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Kör­per­bau und Erschei­nungs­bild

Gemein­sam­kei­ten und Unter­schie­de — Äuße­re Merk­ma­le des Labra­dor Retrie­vers in der Show- und Arbeits­li­nie auf einen Blick:

Merk­ma­leIden­tischUnter­schie­de
Kräf­ti­ger Kör­per­bauArbeits­li­nie ist deut­lich klei­ner, fili­gra­ner und leich­ter
Brei­ter Kopf mit deut­lich aus­ge­präg­ten StoppShow­li­nie hat einen brei­te­ren Kopf, ist gene­rell mas­si­ger
Mit­tel­gro­ße Augen in braun, grün­lich oder hasel­nuss­far­benkei­ne
Dicht am Kopf anlie­gen­de Ohren, wel­che er inter­es­siert nach vor­ne klap­pen kannkei­ne
Typisch ist die dicke Rute, wel­che nach unten hin schma­ler wirdkei­ne
Kur­zes, dich­tes Fell mit wet­ter­be­stän­di­ger und was­ser­ab­wei­sen­der Unter­wol­lekei­ne
Mög­li­che Far­ben sind Schwarz, Gelb und ver­schie­de­ne Braun­tö­nekei­ne

Der bekann­te Typus des gol­di­gen Labra­dor Retrie­vers steckt sowohl in der klas­si­schen Linie, als auch in der dar­aus ent­stan­de­nen Arbeits­li­nie. Um einen noch bes­se­ren Appor­tier­hund aus dem Labra­dor zu machen, ist die Jagd­hun­de­li­nie noch sport­li­cher, wen­di­ger, schnel­ler und etwas klei­ner, als die Show­li­nie.

Drei Labrador Retriever aus der Showlinie
Drei Labra­dor Retrie­ver aus der Show­li­nie

Ver­hal­tens- und Cha­rak­ter­zü­ge

Ver­hal­ten und Cha­rak­ter — Über­ein­stim­mun­gen und Unter­schie­de bei Show- und Arbeits­li­nie des Labra­dor Retrie­vers:

Attri­butIden­tischUnter­schie­de
Hin­ge­bungs­vollkei­ne
Treukei­ne
Gedul­digkei­ne
Aus­ge­gli­chenkei­ne
Intel­li­gentkei­ne
AktivDie Show­li­nie ist etwas gemüt­li­cher und gelas­se­ner als die Arbeits­li­nie
Arbeits­freu­digArbeits­li­nie ist noch wil­li­ger, mit ihrem Men­schen zu arbei­ten
Auf­ge­wecktkei­ne
Anpas­sungs­fä­higkei­ne
Eif­rigkei­ne
Freund­lichkei­ne
Fröh­lichkei­ne
Was­ser­lie­bendkei­ne
Kin­der­liebkei­ne

Sowohl für die Show­li­nie als auch für die Arbeits­li­nie gilt: Labra­dor Retrie­ver sind der per­fek­te Fami­li­en- und Anfän­ger­hund. Das freund­li­che Natu­rell und der Wunsch, sei­nen Men­schen zu gefal­len, machen den Lab­bi zu einem gut erzieh­ba­ren und ange­neh­men Erst­hund. Die Arbeits­li­nie des Labra­dors hat einen noch aus­ge­präg­te­ren “will to plea­se”, was bedeu­tet, dass er mit etwas lie­be­vol­ler Kon­se­quenz leicht zu Grund­ge­hor­sam, Kom­man­dos und dem Aus­füh­ren von vie­ler­lei Tricks zu erzie­hen ist. Wei­te­re Infos fin­dest Du hier: Labra­dor-Erzie­hung.

Aller­dings hat die Arbeits­li­nie auch einen noch höhe­ren Bewe­gungs­drang. Ein Labra­dor muss ras­se­ty­pisch aus­ge­las­tet und beschäf­tigt wer­den, um ein glück­li­ches Hun­de­le­ben zu füh­ren! Bei­de Vari­an­ten des Labra­dor Retrie­vers zei­gen kei­ne Anzei­chen von Aggres­si­vi­tät oder Unsi­cher­heit. Wich­tig ist aber — wie bei allen Hun­den —  dass sie wohl­be­hü­tet auf­wach­sen, nicht zu früh von ihrer Hun­de­ma­ma getrennt wer­den und eine gute Sozia­li­sa­ti­on genie­ßen.

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Ein­satz­ge­bie­te für die Arbeits­li­nie des Labra­dors 

Der Labra­dor Retrie­ver über­nimmt in unse­rer Gesell­schaft vie­le Auf­ga­ben. Gera­de die Arbeits­li­nie ist prä­de­sti­niert dafür, bereit­wil­lig mit und für uns Men­schen zu arbei­ten. Dem­nach eig­net sich die Labra­dor Arbeits­li­nie beson­ders für Ein­sät­ze als Such‑, Rettungs‑, Blinden‑, Therapie‑, Jagd- oder Fähr­ten­hun­de. 

Das wei­che Maul und die her­vor­ra­gen­de Spür­na­se machen aus dem Labra­dor einen aus­ge­zeich­ne­ten Beglei­ter für die Jagd- und Fähr­ten­su­che. Wer pri­vat einen Labra­dor aus der Arbeits­li­nie hält, muss nicht zwangs­läu­fig einen Jagd­schein machen. Fähr­ten­ar­beit kannst Du mit Dei­nem Arbeits-Lab­bi auch eigen­stän­dig aus­füh­ren. Es gibt vie­le Ver­ei­ne, die solch ein Trai­ning anbie­ten. Gera­de für den Start ist es aller­dings hilf­reich, sich einen Pro­fi an die Sei­te zu holen, um Dei­nen Hund nicht zu ver­wir­ren. Schau doch mal, ob es in Dei­ner Nähe auch Mög­lich­kei­ten gibt, um an Hun­de­sport­ar­ten und Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten wie Fähr­ten­su­che, Man­trai­ling oder Was­ser­ar­beit teil­zu­neh­men. 

Für die­se Ein­satz­ge­bie­te ist die Labra­dor Arbeits­li­nie geeig­net:

  • Begleit­hund
  • Fähr­ten­ar­beit
  • Man­trai­ling
  • Ret­tungs­hund
  • Blin­den­führ­hund
  • The­ra­pie­hund
  • Such­hund
  • Fami­li­en­hund

Übri­gens: Der Labra­dor ist bekannt dafür, Krank­hei­ten wie Krebs im Früh­sta­di­um rie­chen zu kön­nen. Als Begleit­hund kann er auch Men­schen hel­fen, die unter Dia­be­tes oder Epi­lep­sie lei­den. Hier wird der Labra­dor so kon­di­tio­niert, dass er einen Anfall früh­zei­tig erkennt und sein Herr­chen oder Frau­chen war­nen kann.

Labradore aus der Arbeitslinie sind hervorragende Blindenhunde
Labra­do­re aus der Arbeits­li­nie sind her­vor­ra­gen­de Blin­den­hun­de

Ein­satz­ge­bie­te für die Show­li­nie des Labra­dors 

Die etwas gemüt­li­che­re Show­li­nie des Labra­dors eig­net sich eben­falls für vie­le Ein­satz­ge­bie­te, in denen die Arbeits­li­nie ihre Diens­te leis­tet. Auch beim Labra­dor aus der Clas­sic line han­delt es sich um einen Hund mit aus­ge­zeich­ne­ten Fähig­kei­ten und hoher Lern­be­reit­schaft. Wenn Du gezielt einen Hund für die Such‑, Rettungs‑, Blinden‑, Therapie‑, Jagd- oder Fähr­ten­ar­beit suchst, soll­test Du Dir trotz­dem einen Labra­dor aus der Arbeits­li­nie aus­su­chen. 

Labra­dor Retrie­ver aus der Show­li­nie sind dafür noch bes­ser als Fami­li­en­hun­de geeig­net. Ihre Gelas­sen­heit und das durch und durch freund­li­che Natu­rell las­sen jedes Kin­der­herz höher schla­gen. Die Show­li­nie eig­net sich her­vor­ra­gend für Erst­hun­de­hal­ter. Sie stellt etwas nied­ri­ge­re Ansprü­che an die Aus­las­tung, ist aber den­noch sehr aktiv und möch­te beschäf­tigt wer­den. Der Labra­dor ist durch­aus genüg­sam, er ist aber auch ein guter Sport­ler und liebt Action und Aben­teu­er.

Bit­te mache Dir bewusst, dass der Labra­dor ein Arbeits­hund ist. Er wird nicht glück­lich, wenn Du nur mit ihm auf der Couch gam­melst. Zu die­sen Beschäf­ti­gun­gen kannst Du Dei­nen Labra­dor leicht moti­vie­ren:

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Ent­wick­lun­gen und Trends in der Zucht von Labra­do­ren 

Die Hun­de­zucht hat sich in den letz­ten Jahr­zehn­ten all­ge­mein stark ent­wi­ckelt. Dabei ent­ste­hen immer wie­der neue Trends und Son­der­far­ben sowie Hybrid­hun­de­ras­sen. Die­se Ent­wick­lung ist nicht immer unge­fähr­lich. Lei­der haben vie­le Hun­de mit beson­de­ren Fell­far­ben gesund­heit­li­che Pro­ble­me. Offi­zi­ell aner­kannt sind beim Labra­dor ledig­lich die Far­ben Schwarz, Braun und Gelb. 

Schau­en wir uns die Ent­wick­lung und Bedeu­tung von Labra­dor Retrie­vern in Sil­ver, Cham­pa­gner, Char­co­al und Fox­red etwas genau­er an:

Sil­ver Labra­dor: Ein Sil­ber-Labra­dor ist eigent­lich ein brau­ner Labra­dor bei dem gezielt ein Gen­de­fekt ein­ge­züch­tet wur­de. Durch das soge­nann­te Dilute-Gen (Dilu­ti­on engl. für Ver­dün­nung) wird die Fell­far­be des brau­nen Labra­dors auf­hellt (ver­dünnt) und erscheint dadurch sil­bern. Das pas­siert, weil das Dilute-Gen dafür sorgt, dass die Pig­ment­körn­chen des Hun­de­fells ver­klum­pen.

Silberner Labrador Welpe
Sil­ber­ner Labra­dor Wel­pe

Cham­pa­gner­far­be­ner Labra­dor: Labra­do­re mit der Far­be „cham­pa­gner“ sind eigent­lich gel­be Labra­do­re. Auch hier ist das gezielt ein­ge­züch­te­te Dilute-Gen ver­ant­wort­lich für die Auf­hel­lung der Fell­far­be.

Char­co­al Labra­dor: Auch bei der Far­be Char­co­al han­delt es sich um eine Fehl­far­be. Ein schwar­zer Labra­dor wird zum Char­co­al-Labra­dor durch das Dilute-Gen.

Frag­wür­dig ist die Zucht die­ser drei Farb­va­ri­an­ten allein des­halb, weil für die Ent­ste­hung die­ser Far­ben zwei Eltern­tie­re mit feh­ler­haf­tem Gen ver­paart wer­den müs­sen. Das birgt gro­ße Risi­ken in Bezug auf die Gesund­heit eines Hun­des. Häu­fig lei­den Char­co­al, Sil­ver und auch cham­pa­gner­far­be­ne Labra­do­re unter brü­chi­gen Haa­ren, tro­cke­ner Haut, Schup­pen, Ent­zün­dun­gen der Haut, Alo­pe­zie, Juck­reiz bis hin zu Leber- und Nie­ren­schwä­chen, einem geschwäch­ten Immun­sys­tem und einer gerin­ge­ren Lebens­er­war­tung.

Fox­red Labra­dor: Labra­do­re mit einem rötlichen/dunkelgelben Farb­ton wer­den als Fox­red (also fuchs­ro­te) Labra­do­re bezeich­net. Die Fell­far­be Fox­red unter­schei­det sich von den drei zuvor genann­ten Fell­far­ben, da es sich hier­bei nicht um eine Son­der­far­be han­delt, son­dern ledig­lich um eine Vari­an­te des gelb­li­chen Farb­tons. Zu Beginn der Labra­dor­zucht stell­ten Lab­bis in fox­red sogar eher die Regel als eine Aus­nah­me dar. Spä­ter stieg die Nach­fra­ge nach hel­le­ren Fell­va­ri­an­ten und fuchro­te Labra­do­re wur­den kaum noch gezüch­tet. Fox­red gilt im Gegen­satz zu ande­ren Fehl­far­ben als weit­ge­hend unbe­denk­lich und hat meinst kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die Gesund­heit Dei­nes Hun­des. Ein­ge­tra­gen wird in den Papie­ren eines Fox­red Labra­dors die Far­be Gelb, da es sich — wie gesagt — ledig­lich um eine leich­te Abwand­lung des ursprüng­li­chen Farb­schlags han­delt.

Foxred Labrador
Fox­red Labra­dor

Labra­dor Retrie­ver und Hybrid­hun­de­ras­sen: Auch die Züch­tung von Hybrid­hun­de­ras­sen ist seit eini­gen Jah­ren stark in Mode. Dabei han­delt es sich um absicht­lich gezüch­te­te Misch­lin­ge. Zucht­ziel von Hybrid­hun­den ist, die bes­ten Eigen­schaf­ten zwei­er Ras­sen in einem Hund zu ver­ei­nen. Begon­nen hat die­se Zucht außer­dem mit dem Hin­ter­grund, einen mög­lichst all­er­gi­ker­freund­li­chen Hund zu züch­ten. So ent­stand unter ande­rem die Hybrid­hun­de­ras­se Labra­dood­le, eine Kreu­zung aus Labra­dor Retrie­ver und Pudel. So wirk­lich geklappt hat es mit dem Anti-All­er­ge­nen-Hund nicht, aber das ist ein ande­res The­ma. Bei eini­gen Hun­de­ras­sen ist es gut, wenn sich der Gen­pool neu ver­mischt, man­che Hun­de pro­fi­tie­ren sogar von der Ein­kreu­zung einer ande­ren, gesun­den Hun­de­ras­se. Es gibt aller­dings auch Hybrid­hun­de­ras­sen, die mehr als frag­wür­dig sind. So zum Bei­spiel der Lab­ma­ra­ner (der wegen sei­nes Aus­se­hens übri­gens oft mit einem sil­ber­nen Labra­dor ver­wech­selt wird).

Die­se Labra­dor Hybrid­hun­de­ras­sen gibt es unter ande­rem:

  • Boxa­dor — Labra­dor Retrie­ver x Boxer
  • Gold­ador — Labra­dor Retrie­ver x Gol­den Retrie­ver
  • Hus­ka­dor oder Labs­ky — Labra­dor Retrie­ver x Sibe­ri­an Hus­ky
  • Rot­ta­dor — Labra­dor Retrie­ver x Rott­wei­ler
  • Lab­ma­ra­ner — Labra­dor Retrie­ver x Wei­ma­ra­ner
  • Bea­g­ador — Labra­dor Retrie­ver x Bea­gle
  • Aus­sie­dor — Labra­dor Retrie­ver x Aus­tra­li­an She­p­herd

Wei­te­re Hybrid­hun­de­ras­sen, bei denen ein Labra­dor mit ein­ge­kreuzt wird, fin­dest Du in unse­rem Bei­trag über Labra­dor-Misch­lin­ge.

Boxador: Boxer-Labrador-Mischling
Boxa­dor: Boxer-Labra­dor-Misch­ling

Labra­dor Show­li­nie vs. Arbeits­li­nie: Wel­che Linie passt zu mir?

Super, dass Du Dir die Fra­ge stellst, wel­cher Hund zu Dir und Dei­nem Lebens­stil passt. Es ist wich­tig, sich vor der Anschaf­fung eines Hun­des aus­rei­chend Gedan­ken zu machen, ob Du sei­nen Bedürf­nis­sen gerecht wirst! 

Ein Labra­dor aus der Show­li­nie passt zu Dir, wenn Du einen akti­ven und freund­li­chen Beglei­ter für alle Lebens­la­gen suchst. Er freut sich über gemein­sa­me Aus­flü­ge und Beschäf­ti­gung in Form von Agi­li­ty, Dog-Fris­bee, Dum­my-Arbeit oder Fähr­ten­su­che. Eine Aus­bil­dung zum Such‑, Rettungs‑, oder The­ra­pie­hund ist nicht zwin­gend erfor­der­lich, solan­ge Du ihm aus­rei­chend Abwechs­lung bie­test. Am liebs­ten bewohnt Dein Labra­dor ein Haus mit Gar­ten, er kann aber auch in einer Woh­nung zurecht­kom­men. Es ist ein Trug­schluss, dass Labra­do­re faul sind, auch wenn eini­ge Lab­bis der Show­li­nie auf­grund ihres Erschei­nungs­bil­des den Anschein machen.

Die Arbeits­li­nie des Labra­dors kommt für Dich in Fra­ge, wenn Du mit Dei­nem Hund Gro­ßes vor hast! Die­se arbeits­freu­di­gen Hun­de haben ein hohes Ener­gie­le­vel und Eigen­schaf­ten, die ihn befä­hi­gen, eine Aus­bil­dung zum Such­hund, Ret­tungs­hund, Blin­den­führ­hund, The­ra­pie­hund in Schu­len oder ande­ren sozia­len Ein­rich­tun­gen, Jagd- oder Fähr­ten­hund zu meis­tern. Ein Labra­dor aus der Arbeits­li­nie kommt auch als Fami­li­en- und Begleit­hund für sport­lich akti­ve Men­schen in Fra­ge. Trotz­dem soll­test Du Dir ganz sicher sein, dass Du sei­nen hohen Anfor­de­run­gen gerecht wirst.

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Emp­feh­lun­gen für die Aus­wahl des rich­ti­gen Labra­dors

Wir emp­feh­len Dir, genau zu über­le­gen, was Dei­ne per­sön­li­chen Anfor­de­run­gen an einen Hund sind. Dazu kön­nen Dir die fol­gen­den Fra­gen hel­fen:

  • War­um möch­te ich einen Hund hal­ten?
  • Wel­che Bedin­gun­gen kann ich mei­nem Hund bie­ten?
  • Möch­te ich mei­nen Hund für eine spe­zi­el­le Dis­zi­plin aus­bil­den / aus­bil­den las­sen?
  • Kann ich den Anfor­de­run­gen der Labra­dor Arbeits­li­nie gerecht wer­den?
  • Habe ich aus­rei­chend Zeit für einen Hund?
  • Ste­hen mir genü­gend finan­zi­el­le Mit­tel zur Ver­fü­gung?

Gene­rell ist jeder Labra­dor Retrie­ver anspruchs­voll, was Aus­lauf und Bewe­gung angeht. Ansons­ten han­delt es sich um einen pfle­ge­leich­ten Hun­de­kum­pel, der sowohl für Fami­li­en als auch für Hun­de­an­fän­ger geeig­net ist.

Labrador aus Arbeitslinie und Labrador aus Showlinie
Labra­dor aus Arbeits­li­nie (links) und Labra­dor aus Show­li­nie (rechts)

Fazit: Labra­dor Retrie­ver Arbeits­li­nie vs. Show­li­nie

Du hast vor, Dir einen Labra­dor Retrie­ver zuzu­le­gen? Der Lab­bi zählt zu den belieb­tes­ten Hun­de­ras­sen der Welt, ist ein idea­ler Begleit- und Fami­li­en­hund und auch für Hun­de­an­fän­ger geeig­net. 

Mach Dir bit­te den­noch aus­rei­chend Gedan­ken dar­über, ob Du den Anfor­de­run­gen des Labra­dors gerecht wer­den kannst. Die Unter­schie­de von Arbeits- und Show­li­nie sind Dir jetzt bekannt und Du kannst eine pas­sen­de Wahl für Dich tref­fen. 

Suchst Du einen akti­ven, freund­li­chen und aus­ge­gli­che­nen Beglei­ter für all­täg­li­che Lebens­la­gen? Dann kommt ein Labra­dor Retrie­ver der Show­li­nie für Dich in Fra­ge.

Möch­test Du Dei­nen Hund zum Such‑, Rettungs‑, Therapie‑, Blindenführ‑, oder Jagd­hund aus­bil­den? Dann soll­test Du Dich für einen Labra­dor aus der Arbeits­li­nie ent­schei­den.

Gene­rell han­delt es sich beim Labra­dor Retrie­ver um einen lebens­fro­hen, tem­pe­ra­ment­vol­len und intel­li­gen­ten Hund. Wenn er genü­gend Beschäf­ti­gung für Kör­per und Geist hat, ist er Zuhau­se ein ruhi­ger und ange­neh­mer Zeit­ge­nos­se. 

Wir hof­fen, dass wir Dir mit unse­rem Arti­kel die Ent­schei­dung für oder gegen einen Labra­dor Retrie­ver der Show- oder Arbeits­li­nie erleich­tern kön­nen. Bes­ten­falls lernst Du die auf­ge­weck­ten Hun­de ein­mal selbst ken­nen, um Dir einen per­sön­li­chen Ein­druck zu ver­schaf­fen. Vie­len Dank fürs Lesen und bis zum nächs­ten Bei­trag.

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Christina Williger

Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen, Gründerin

Im Laufe meines Lebens hatte (und habe) ich schon unzählige Haustiere. Zudem war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine Tierliebe veranlasste mich dazu, als Bloggerin & Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und meine langjährigen Erfahrungen und mein umfangreiches Wissen über Tiere mit anderen zu teilen. Inspiriert durch die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon habe ich mich außerdem zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weitergebildet. Mit meinen Büchern und Blogs möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, deren Lebensqualität nachhaltig verbessern und so zu einem harmonischeren Zusammenleben von Mensch und Tier beitragen.