Hundefutter: Die richtige Ernährung für Deinen Hund

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Die Ernährung entscheidet mit über Gewicht, Fell, Verdauung, Zähne und darüber, wie fit ein Hund alt wird. Die Auswahl an Futter ist riesig. Begriffe wie „ausgewogen“ oder „mit viel frischem Fleisch“ auf der Packung sind rechtlich kaum geregelt. Am meisten verkauft wird in Deutschland Trockenfutter, obwohl es von allen Fütterungsformen am wenigsten artgerecht ist.

Als zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde sehe ich in der Beratung immer wieder, dass viele Probleme mit Fell, Verdauung oder Gewicht mit dem Futter zusammenhängen: zu wenig Fleisch, zu viel Stärke, zu wenig Feuchtigkeit. Wer die Deklaration nicht lesen kann, sieht das der Packung nicht an. Hier findest du, was ein Hund wirklich braucht, welche Fütterungsformen es gibt und was sie taugen, woran du gutes Futter erkennst und was bei Welpen, Senioren, Allergien und besonderen Bedürfnissen zu beachten ist.

Vier Fütterungsformen für Hunde nebeneinander auf einem Holztisch: Nassfutter, rohes Fleisch mit Gemüse, gekochtes Futter und Trockenfutter, im Hintergrund ein Hund
Nassfutter, Rohfütterung, Selbstgekochtes und Trockenfutter: Die Unterschiede für den Hund sind größer, als sie aussehen

Das Wichtigste in Kürze zum Hundefutter

Hunde sind Fleischfresser, die pflanzliche Kost mitverwerten können. Ihr Futter sollte deshalb hauptsächlich aus Fleisch und Innereien bestehen, mit einem kleinen Anteil Gemüse oder Obst, Ölen und den nötigen Mineralstoffen. Nassfutter mit hohem Fleischanteil und wenig Stärke erfüllt das am einfachsten. Trockenfutter ist praktisch, aber mit unter 10 Prozent Feuchte, hohem Stärkeanteil und starker Verarbeitung die Form, die am weitesten von dem entfernt ist, was für einen Hund artgerecht ist.

  • Gutes Futter erkennst du am Etikett: offene Deklaration, Fleisch an erster Stelle mit Prozentangabe, keine „Nebenerzeugnisse“, kein Zucker, keine Konservierungsstoffe.
  • Trocken- und Nassfutter lassen sich nur auf Trockensubstanz vergleichen, sonst täuschen die Zahlen.
  • BARF und selbst gekochtes Futter sind möglich, brauchen aber Ernährungswissen und eine berechnete Ration.
  • Veganes Futter ist für einen Fleischfresser nicht artgerecht, Insektenfutter kann bei Allergien eine Alternative sein.
  • Welpen, Senioren und kranke Hunde haben eigene Bedürfnisse, aber auch für sie gilt: Fleisch zuerst, Feuchtigkeit im Futter, keine Füllstoffe.

Wie sollte eine ausgewogene Hundeernährung aussehen?

Hunde stammen vom Wolf ab. Ihr Verdauungsapparat ist auf fleischhaltige Nahrung ausgelegt: Raubtiergebiss mit Fang- und Reißzähnen statt Mahlzähnen, ein kurzer Darm (das Verhältnis von Körper zu Darmlänge liegt beim Hund bei 1:5, beim Schaf bei 1:24), ein sehr saures Magenmilieu und Verdauungsenzyme, die Eiweiß und Fett aufschließen. Ein Wolf frisst seine Beute fast vollständig: Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Blut, Fett und den Darminhalt mit seinen vorverdauten Pflanzenresten. Daraus bezieht er alles, was er braucht.

Im Lauf der Domestikation hat sich der Hund an den Menschen angepasst. Er hat deutlich mehr Kopien des Gens für das stärkespaltende Enzym Amylase als der Wolf und kann deshalb Getreide, Kartoffeln und Gemüse verwerten. Das macht ihn nicht zum Allesfresser. Hunde sind fakultative Karnivoren: Fleischfresser, die pflanzliche Kost mitverwerten können. Ihr Bedarf an Kohlenhydraten ist gering, ihr Bedarf an tierischem Eiweiß und Fett hoch.

Eine ausgewogene Ration besteht deshalb aus:

  • Muskelfleisch als Hauptbestandteil
  • Innereien wie Leber, Pansen, Herz und Lunge, die Vitamine, Eisen und andere Spurenelemente liefern
  • einer Calciumquelle, zum Beispiel fein vermahlene Knochen, Eierschale oder Calciumcarbonat
  • einem kleinen pflanzlichen Anteil aus püriertem oder gekochtem Gemüse oder Obst, bei Bedarf ergänzt um eine Kohlenhydratquelle wie gekochte Haferflocken, Reis, Kartoffeln oder Pseudogetreide wie Hirse und Buchweizen
  • Ölen für die essenziellen Fettsäuren, vor allem Omega-3 aus Fischöl oder Algenöl
  • bei Bedarf Mineralstoffen und Vitaminen, wenn die Ration sie nicht abdeckt

Als Faustformel gilt: mindestens 70 Prozent der Ration tierisch, bei hochwertigem Futter deutlich mehr, der Rest pflanzlich, dazu ein kleiner Anteil Öle und Mineralstoffe. Ein Faktor, der dabei oft übersehen wird, ist das Calcium-Phosphor-Verhältnis. Es sollte je nach Alter zwischen 1,1:1 und 2:1 liegen, die Ration enthält also etwas mehr Calcium als Phosphor. Welche Mengen dein Hund genau braucht, hängt von Gewicht, Alter, Aktivität und Gesundheit ab.

Wie finde ich das richtige Hundefutter für meinen Hund?

Zwei Dinge müssen stimmen: Das Futter muss den Bedarf deines Hundes decken und aus guten Zutaten bestehen. Der Bedarf hängt ab von:

  • Alter: Welpe, erwachsener Hund oder Senior
  • Größe und Gewicht
  • Aktivität: Couchhund oder Sporthund
  • Gesundheit: Unverträglichkeiten, Allergien, Erkrankungen von Niere, Leber, Magen oder Gelenken
  • Kastration, die den Energiebedarf senkt
Hunde artgerecht füttern
Hundefutter beeinflusst die Gesundheit Deines Hundes

Ob die Zutaten gut sind, zeigt das Etikett, dazu weiter unten mehr. In der Beratung sehe ich häufig Hunde mit stumpfem Fell, weichem Kot und wachsendem Bauch, die ein Futter bekommen, das auf der Packung mit „frischem Fleisch“ wirbt und in der Zusammensetzung mit „Getreide“ beginnt. Die Änderung mit dem größten Effekt ist fast immer dieselbe: mehr Fleisch, weniger Stärke, mehr Feuchtigkeit. Danach erst geht es um Sorte, Eiweißquelle und Ergänzungen.

Neben dem Hund zählt, was du leisten kannst und willst. Die Fütterungsformen unterscheiden sich in Aufwand, Kosten und dem Wissen, das sie verlangen. Ein gutes Nassfutter als Alleinfuttermittel ist die Form, die am wenigsten davon braucht und trotzdem artgerecht ist.

Roh, trocken oder aus der Dose: Welche Arten von Hundefutter gibt es?

Grob gibt es vier Fütterungsformen: Fertigfutter als Trockenfutter oder Nassfutter, selbst gekochtes Futter und Rohfütterung (BARF). Dazu Mischformen, bei denen Nassfutter mit frischen Zutaten kombiniert wird. Industriell hergestelltes Fertigfutter wird in Deutschland am häufigsten gefüttert, etwa die Hälfte davon als Trockenfutter.

FütterungsformFeuchtigkeitVerarbeitungNötiges WissenKeimrisikoAufwand
Nassfutter70 bis 80 %schonend erhitzt, bei guten Herstellern ohne Konservierungsstoffegering, wenn Alleinfuttermittelgeringgering
Trockenfutter3 bis 10 %Extruder mit hoher Temperatur und Druck oder Kaltpressung, meist konserviertgeringgeringgering
Selbst gekochthochschonendhoch, Ration muss berechnet werdengeringhoch
BARFhochkeinehoch, Ration muss berechnet werdenhochhoch

Die Unterschiede zwischen Nassfutter, Trockenfutter und Rohfutter wirken auf den ersten Blick klein. Für den Hund sind sie es nicht.

Trockenfutter für Hunde

Trockenfutter ist die meistverkaufte Fütterungsform, weil sie bequem ist: lange haltbar, leicht zu dosieren, günstig. Für den Hund ist sie die Form, die am weitesten von einer artgerechten Ernährung entfernt ist. In der Beratung rate ich davon ab. Die Gründe liegen in der Herstellung.

Trockenfutter für Hunde verschiedene Kroketten
Trockenfutter für Hunde

Trockenfutter enthält nur 3 bis 10 Prozent Feuchtigkeit, die Nahrung eines Fleischfressers 70 bis 80 Prozent. Ein Hund, der Trockenfutter frisst, muss das Drei- bis Fünffache seiner normalen Wassermenge trinken, um den Unterschied auszugleichen. Das tun die wenigsten. Die Folge kann eine dauerhafte Belastung der Nieren und eine chronisch knappe Flüssigkeitsversorgung sein. Für die Herstellung werden die Zutaten getrocknet, gemahlen und entweder im Extruder bei 100 bis 150 Grad unter Druck zu Kroketten geformt oder kalt gepresst. Der Extruder braucht Stärke, damit die Krokette ihre Form bekommt, deshalb enthält extrudiertes Trockenfutter fast immer mehr Kohlenhydrate, als ein Hund braucht, oft 30 bis 50 Prozent. Hitze und Druck zerstören einen Teil der Vitalstoffe, die dann synthetisch zugesetzt werden. Das Fett, das die Krokette nach dem Pressen bekommt, muss haltbar gemacht werden, meist mit Antioxidantien, bei billigen Sorten chemisch. Und die Zutaten sind häufig Mehle: Tiermehl, Getreidemehl, Knochenmehl, die mit frischem Fleisch wenig gemeinsam haben.

Kaltgepresstes Trockenfutter umgeht die hohen Temperaturen und erhält mehr natürliche Vitamine, hat aber dieselben Probleme mit Feuchtigkeit und Stärkeanteil. Die Zutaten sind außerdem weniger aufgeschlossen. Was Trockenfutter nicht kann, obwohl es oft behauptet wird: Zähne reinigen. Kroketten zerbrechen beim ersten Biss, ein nennenswerter Abrieb an den Zahnflächen findet nicht statt. Was gegen Zahnstein hilft, ist Zähneputzen, nicht die Futterform.

Nassfutter für Hunde

Nassfutter ist die Fütterungsform, die bei hohem Fleischanteil einer artgerechten Ernährung nahekommt, ohne das Keimrisiko und den Rechenaufwand der Rohfütterung. Für die Herstellung werden die Zutaten zerkleinert, gemischt, in Dosen, Schalen oder Beutel gefüllt und erhitzt. Die Erhitzung macht das Futter haltbar, ohne dass Konservierungsstoffe nötig sind. Bei guten Herstellern ist sie deutlich schonender als der Extruder. Mit 70 bis 80 Prozent Feuchtigkeit deckt Nassfutter einen großen Teil des Wasserbedarfs über die Nahrung, so wie es der natürlichen Nahrung entspricht. Das entlastet die Nieren und hält den Harn verdünnt.

Nassfutter für Hunde
Nassfutter für Hunde

Die Schwierigkeit beim Nassfutter ist die große Qualitätsspanne. Das Futtermittelrecht erlaubt als „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ auch Häute, Federn, Hufe, Klauen, Blut und Schlachtabfälle. Viele günstige Dosen enthalten nur 4 Prozent der Tierart, die auf dem Etikett beworben wird, der Rest ist Soße, Getreide und Zucker. Ein gutes Nassfutter hat einen sehr hohen Fleischanteil, benennt jede Zutat mit Prozentangabe, kommt ohne Zucker, Mehle, Konservierungs- und Lockstoffe aus und ist ein Alleinfuttermittel, das den Bedarf vollständig deckt.

Ich füttere und empfehle das Nassfutter von Anifit, weil es diese Kriterien erfüllt: 89 bis 96 Prozent Frischfleisch in Lebensmittelqualität je nach Sorte, offene Deklaration, Kaltabfüllung, keine Konservierungs-, Farb- und Lockstoffe, kein Zucker, keine Tiermehle, kein Soja und Mais. Drei Sorten, mit denen die meisten Hunde gut starten:

Gockels Duett ist die Monoprotein-Sorte mit Huhn, getreidefrei, für empfindliche Hunde und für die Umstellung. Falscher Hase mit Rind, Huhn und Hase, getreidefrei, für aktive Hunde. Thanksgiving Day mit Truthahn, Huhn und Rind und etwas Reis, glutenfrei, gut verdaulich.

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Einzelfuttermittel vs. Alleinfuttermittel

Auf jedem Fertigfutter muss stehen, ob es ein Alleinfuttermittel oder ein Einzelfuttermittel ist. Ein Alleinfuttermittel deckt den täglichen Bedarf eines durchschnittlichen Hundes vollständig, du kannst es als einzige Nahrung füttern. Ein Einzelfuttermittel ist eine einzelne Zutat oder eine unvollständige Mischung, zum Beispiel eine Reinfleischdose oder ein Gemüsemix. Es ist für sich allein nicht ausgewogen, weil Calcium, Spurenelemente oder Vitamine fehlen.

Das ist der häufigste Fehler, den ich in der Beratung sehe: Ein Hund bekommt über Monate Reinfleischdosen, weil die Angabe „100 Prozent Fleisch“ als Qualitätsmerkmal verstanden wird. Über die Zeit entwickelt er einen Mangel an Calcium, Spurenelementen und Vitaminen, der sich erst spät bemerkbar macht. Reinfleischdosen sind eine gute Basis zum Selbstmischen, aber nur mit berechneten Ergänzungen. Wer nicht rechnen will, füttert ein Alleinfuttermittel mit hohem Fleischanteil.

Hundefutter für Hunde mit speziellen Bedürfnissen

Nicht jeder Hund ist der Durchschnittshund, für den Standardfutter berechnet ist. Welpen, Senioren, trächtige Hündinnen, Sporthunde und Hunde mit Erkrankungen haben einen anderen Bedarf. Die Grundregel ändert sich dabei nicht: Fleisch zuerst, Feuchtigkeit im Futter, keine Füllstoffe. Was sich ändert, sind Menge, Energiedichte und einzelne Nährstoffe.

Welpen brauchen im Verhältnis zum Gewicht mehr Energie und Eiweiß als erwachsene Hunde und ein stimmiges Calcium-Phosphor-Verhältnis, weil das Skelett wächst. Das gilt für alle Welpen und ist bei großen Rassen besonders wichtig, weil Fehler dort zu bleibenden Schäden am Skelett führen können. Ein eigenes Welpenfutter ist dafür nicht unbedingt nötig. Ein hochwertiges Alleinfuttermittel mit hohem Fleischanteil, das für alle Lebensphasen ausgelegt ist, deckt den Bedarf über die Menge und die Zahl der Mahlzeiten. Die Wachstumsphase dauert je nach Rasse bis zum 12. bis 18. Monat, bei Riesenrassen länger, so lange wird die Ration regelmäßig an das Gewicht angepasst.

Senioren brauchen weniger Energie, aber nicht weniger Eiweiß. Viele Seniorfutter senken beides, dann baut der Hund Muskulatur ab. Auch hier ist ein eigenes Futter nicht unbedingt nötig: Ein Alleinfuttermittel mit hohem Anteil an gut verdaulichem Fleisch bleibt die Basis, die Menge wird an den sinkenden Bedarf angepasst. Bleibt der Hund damit hungrig, lässt sich die Portion mit gekochtem Gemüse oder Gemüseflocken strecken, ohne dass Eiweiß fehlt. Was alte Hunde sonst brauchen, hängt von Gelenken, Zähnen und Nieren ab.

Bei Verdacht auf eine Futterallergie oder Unverträglichkeit wird ein Monoprotein-Futter mit einer Eiweißquelle, die der Hund noch nie bekommen hat, für die Ausschlussdiät genutzt: acht Wochen nur dieses Futter, danach zeigt sich, ob die Beschwerden vom Futter kamen. Ein Bluttest kann das nicht leisten. Echte Futterallergien sind seltener, als oft angenommen. Sie richten sich am häufigsten gegen Rind, Milchprodukte und Huhn, seltener gegen Weizen. Juckreiz hat beim Hund viele Ursachen, von Parasiten bis zur Umweltallergie. Trotzdem wird er oft als Erstes dem Futter zugeschrieben.

Bei Erkrankungen von Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse, Magen oder Darm ist die Fütterung Teil der Behandlung und wird mit der Tierarztpraxis abgestimmt. Nierenkranke Hunde brauchen zum Beispiel weniger Phosphor, Magen-Darm-Patienten eine Schonkost mit leicht verdaulichem Eiweiß und wenig Fett, Hunde mit Übergewicht weniger Energie bei gleichem Eiweiß. Für all das gibt es sogenannte Diätfuttermittel, spezielle Nahrungsergänzungen und Rezepte zum Selbstkochen. Wenn du dazu eine Beratung möchtest, kannst du dich gerne an mich wenden. Ernährung ersetzt bei Krankheit keine Behandlung, sie begleitet sie.

Bio-Hundefutter

Bio-Hundefutter wird aus Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft hergestellt, mit strengeren Vorgaben für Tierhaltung, Futter der Nutztiere und Verzicht auf Pestizide. Das Bio-Siegel ist eine Aussage über die Herkunft der Zutaten, nicht über die Rezeptur. Ein Bio-Trockenfutter mit zum Beispiel 40 Prozent Bio-Getreide ist immer noch ein Trockenfutter mit 40 Prozent Getreide. Deshalb prüfst du bei Bio-Futter dasselbe wie bei jedem anderen: Fleischanteil, Deklaration, Stärkeanteil, Zusatzstoffe. Stimmt beides, Herkunft und Rezeptur, ist Bio-Futter eine gute Wahl. Stimmt nur die Herkunft, ist es ein Bio-Futter mit denselben Schwächen wie ein konventionelles.

Hochwertiges Fertighundefutter erkennen: Worauf muss ich achten?

Werbeaussagen wie „ausgewogen“ oder „mit viel frischem Fleisch“ darf der Hersteller weitgehend frei formulieren, solange er keine Heilaussagen macht. Die Kennzeichnung in der Zusammensetzung und den analytischen Bestandteilen ist dagegen gesetzlich vorgeschrieben. Futtermittelhersteller müssen angeben: Name und Anschrift, Bezeichnung als Allein- oder Einzelfuttermittel, Tierart, Zusammensetzung, analytische Bestandteile, Zusatzstoffe, Mindesthaltbarkeit, Chargennummer und Nettogewicht. Das meiste, was du über ein Futter wissen musst, steht in zwei Zeilen davon: in der Zusammensetzung und in den analytischen Bestandteilen. Wer beide lesen kann, erkennt die Hundefutter-Qualität am Etikett und spart dabei oft Geld. Ein Futter mit schlechter Zusammensetzung kann einen Hund über die Zeit krank machen, ohne dass es auf der Packung einen Hinweis darauf gibt.

Wie erkennt man hochwertiges Hundefutter
Wie erkennt man hochwertiges Hundefutter?

Inhaltsstoffe des Hundefutters

Die Zusammensetzung listet die Zutaten in absteigender Reihenfolge nach Gewicht. Was vorne steht, ist am meisten drin. Entscheidend ist, wie die Zutaten benannt sind:

  • Offene Deklaration nennt jede Zutat einzeln mit Prozentangabe, zum Beispiel „Rindermuskelfleisch 25 %, Rinderlunge 22 %, Hase 15 %“. Auf diese Form der Deklaration solltest du achten.
  • Geschlossene Deklaration fasst zusammen, zum Beispiel „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (davon 4 % Rind)“, „Getreide“ oder „pflanzliche Nebenerzeugnisse“. Hinter diesen Begriffen kann sich alles verbergen, was das Futtermittelrecht erlaubt: Federn, Häute, Hufe, Blut, Bäckereiabfälle, Erdnussschalen. Je unklarer die Begriffe, desto billiger sind meist die Zutaten.
  • Fleisch an erster Stelle, als „Muskelfleisch“ oder mit Tierart und Prozent. „Fleischmehl“ ist getrocknetes, gemahlenes Material unklarer Herkunft, „tierisches Protein“ ebenso.
  • Innereien sind wertvoll und sollten enthalten sein: Pansen, Leber, Herz, Lunge, Strossen. Leber nur in kleinen Mengen wegen des Vitamin-A-Gehalts.
  • Kohlenhydrate als kleiner Anteil: etwas Kartoffel, Reis oder Haferflocken sind in Ordnung, Getreide als erster oder zweiter Posten ist nicht empfehlenswert. Bäckereierzeugnisse, Rübenschnitzel und Soja sind Füllstoffe.
  • Kein Zucker, auch nicht als Karamell, Rübenextrakt oder Glukosesirup. Keine synthetischen Antioxidantien wie BHA oder BHT als Konservierungsstoffe, keine Farb-, Lock- und Aromastoffe. Ethoxyquin, früher das häufigste Antioxidans in Trockenfutter, ist in der EU seit 2022 nicht mehr zugelassen.
  • Öle mit Omega-3-Fettsäuren, am besten Lachsöl oder Algenöl, sind ein Pluspunkt.

Was ebenfalls in eine Ration darf, wenn der Hund es verträgt: Eier, auch mit Schale als Calciumquelle, Milchprodukte wie Hüttenkäse oder Joghurt in kleinen Mengen, sowie Kräuter als Ergänzung.

Analytische Bestandteile der Hundenahrung

Die analytischen Bestandteile geben Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und Feuchtigkeit in Prozent an. Diese Zahlen lassen sich zwischen Trocken- und Nassfutter nicht direkt vergleichen, weil der Wassergehalt alles verzerrt. Ein Nassfutter mit 10 Prozent Rohprotein bei 78 Prozent Feuchte hat in der Trockensubstanz 45 Prozent Protein, ein Trockenfutter mit 25 Prozent Rohprotein bei 8 Prozent Feuchte nur 27 Prozent. Rechne also immer auf Trockensubstanz um: Wert geteilt durch (100 minus Feuchte) mal 100.

Auf Trockensubstanz gerechnet liegt ein fleischreiches Futter bei 40 bis 60 Prozent Rohprotein und 15 bis 30 Prozent Rohfett. Rohasche ist der mineralische Rest, bei 5 bis 10 Prozent in der Trockensubstanz ist er normal, darüber steckt oft viel Knochenmehl drin. Rohfaser sind die unverdaulichen Pflanzenbestandteile, 1 bis 3 Prozent in der Trockensubstanz reichen für die Darmbewegung. Das Calcium-Phosphor-Verhältnis steht nicht immer auf der Packung, bei einem Alleinfuttermittel muss der Hersteller es aber auf Nachfrage nennen. Es sollte zwischen 1,1:1 und 2:1 liegen.

Ein Beispiel: Ein Nassfutter mit 78 Prozent Feuchte und 1,8 Prozent Rohasche hat in der Trockensubstanz 8 Prozent Asche. Eines mit 3 Prozent Rohasche bei gleicher Feuchte hat 13,6 Prozent, das deutet auf viel Knochen oder zugesetzte Mineralien hin.

Rohfütterung (BARF) und selbst gekochtes Hundefutter

Wer sein Hundefutter selbst zusammenstellt, hat die volle Kontrolle über die Zutaten und ihre Qualität. Das ist der große Vorteil. Er bringt die Verantwortung mit sich, dass die Ration den Bedarf des Hundes deckt, mit dem richtigen Verhältnis von Fleisch, Innereien, Calcium, pflanzlichem Anteil, Ölen und Mineralstoffen. Fehler in der Rationsberechnung führen zu Mangel oder Überversorgung. Beides zeigt sich oft erst nach Monaten. Selbst zusammengestelltes Futter ist außerdem meist teurer und immer aufwendiger als ein gutes Alleinfuttermittel. Wer es trotzdem will, lässt die Ration von einer Ernährungsberaterin oder einem Ernährungsberater berechnen und behält sie im Blick: Ändert sich der Bedarf, zum Beispiel durch Alter, Gewicht, Aktivität oder Krankheit, wird die Ration angepasst.

BARF – Rohfütterung

BARF steht für biologisch artgerechtes rohes Futter: rohes Fleisch, rohe Innereien, rohe fleischige Knochen, dazu püriertes Gemüse und Obst, Öle und Ergänzungen. Die Methode orientiert sich an der Beute des Wolfs und hat viele überzeugte Anhängerinnen und Anhänger. Ich selbst barfe nicht. Nicht die Idee hält mich davon ab, sondern die Umsetzung.

Rohfütterung BARF
Beim BARFen landet rohes Fleisch im Futternapf

Rohes Fleisch kann Salmonellen, Campylobacter, Toxoplasmen und Parasiten enthalten, die den Hund und die Menschen im Haushalt gefährden, vor allem Kinder, Ältere und Schwangere. Knochen können splittern, Zähne brechen und den Darm verstopfen. Geflügelknochen gebe ich weder roh noch gegart, auch wenn die Rohfütterungsszene das anders sieht. Und die Rationsberechnung ist beim Barfen am anspruchsvollsten, weil die Nährwerte roher Zutaten schwanken und die Calciumversorgung über Knochen schwer zu steuern ist. Studien, die selbst zusammengestellte BARF-Rationen nachgerechnet haben, fanden in der Mehrzahl Fehlversorgungen, meist bei Calcium, Phosphor und Spurenelementen.

Wer seinen Hund barfen will, braucht eine berechnete Ration, Hygiene beim Umgang mit rohem Fleisch, tiefgefrorenes Fleisch aus sicherer Quelle und das nötige Wissen. Gerade BARF-Anfänger unterschätzen, wie viel davon vor der ersten rohen Ration geklärt sein sollte.

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Selbst gekochtes Hundefutter

Selbst gekochtes Futter vermeidet das Keimrisiko des Barfens und ist für mich die bessere Variante, wenn jemand selbst zubereiten will. Durch das Garen werden Keime abgetötet. Gemüse, Kartoffeln und Getreide werden für den Hund erst richtig verwertbar. Fleisch verliert beim Garen etwas an Nährwert, das wird in der Ration berücksichtigt. Knochen werden nie gekocht, weil sie dann splittern, Calcium kommt beim Kochen aus Eierschale oder Calciumcarbonat.

Hundefutter selbst kochen
Hundefutter kann auch selbst gekocht werden

Der Aufwand ist allerdings erheblich: Einkaufen, Portionieren, Garen, Abwiegen, Ergänzungen zugeben und das mehrmals pro Woche, bei großen Hunden mit entsprechenden Mengen. Wer vorkocht und einfriert, spart Zeit, braucht aber Platz in der Gefriertruhe. Gekochtes Futter eignet sich als Alleinfutter mit berechneter Ration, als Ergänzung zum Nassfutter oder als Schonkost bei Magen-Darm-Problemen. Mit berechneten Rezepten lässt sich Hundefutter selber machen, ohne dass etwas fehlt.

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Wie oft sollte ich meinen Hund am Tag füttern?

Erwachsene Hunde werden in der Regel zweimal am Tag gefüttert, morgens und abends. Zwei Mahlzeiten verteilen die Belastung für Magen und Kreislauf, halten den Blutzucker gleichmäßiger und beugen bei großen Rassen dem Verschlingen großer Mengen vor, das als Risikofaktor für die Magendrehung gilt. Welpen bekommen drei bis vier Mahlzeiten, bis etwa zum sechsten Monat, dann zwei. Senioren und Hunde mit Magenproblemen vertragen drei kleine Mahlzeiten oft besser als zwei große.

Feste Zeiten helfen, weil Hunde Gewohnheitstiere sind und der Verdauungstrakt sich darauf einstellt. Nach dem Fressen gilt eine Ruhepause von ein bis zwei Stunden, besonders bei großen, tiefbrüstigen Hunden. Die Menge richtet sich nach dem Hund, nicht nach der Packungsangabe: Ob sie stimmt, prüfst du mit der Hand an den Rippen. Rippen gut fühlbar, aber nicht sichtbar, Taille von oben erkennbar.

Vegetarisches oder veganes Hundefutter

Vegetarisches Futter verzichtet auf Fleisch, veganes auf alle tierischen Zutaten. Beides gibt es als Alleinfuttermittel. Es gibt Studien, nach denen Hunde damit über längere Zeit ohne erkennbaren Mangel leben können, wenn die Rezeptur alle Nährstoffe synthetisch ergänzt. Aus meiner Sicht ist das trotzdem nicht artgerecht. Ein Hund ist ein Fleischfresser mit Raubtiergebiss und kurzem Darm, sein Stoffwechsel ist auf tierisches Eiweiß und Fett ausgelegt. Vitamin B12, Taurin, bestimmte Aminosäuren und langkettige Omega-3-Fettsäuren kommen natürlich nur aus tierischen Quellen und müssen in veganem Futter künstlich zugesetzt werden. Das Ergebnis ist ein Futter, das rechnerisch den Bedarf deckt, aber nicht artgerecht ist.

Ich rate klar davon ab. Für Hunde mit einer nachgewiesenen Allergie gegen mehrere Tierarten gibt es den besseren Weg über eine Eiweißquelle, die der Hund noch nicht hatte, oder über Insekten.

Hundefutter aus Insekten

Insektenfutter ersetzt das Fleisch durch Eiweiß aus Larven, meist der Schwarzen Soldatenfliege. Das Eiweiß ist für Hunde gut verdaulich und enthält alle essenziellen Aminosäuren. Sinnvoll ist Insektenfutter vor allem für Hunde mit Futterallergien gegen mehrere Tierarten, weil Insekteneiweiß ein neues Eiweiß ist, auf das der Hund in der Regel nicht reagiert. Es kann deshalb auch in einer Ausschlussdiät eingesetzt werden. Dazu kommt der kleinere ökologische Fußabdruck gegenüber Fleisch.

Als Futter für einen gesunden Hund ohne Allergie sehe ich keinen Grund, Fleisch durch Insekten zu ersetzen. Wer es wegen einer Allergie braucht, achtet wie bei jedem Futter auf Alleinfuttermittel, Deklaration und Stärkeanteil. Nassfutter ist auch hier besser, denn die meisten Insektenfutter werden als Trockenfutter angeboten.

Weitere häufige Fragen zum Hundefutter

Ist Trockenfutter schlecht für Hunde?

Es ist nicht schädlich im Sinne einer Vergiftung, aber es ist die am wenigsten artgerechte Fütterungsform: zu wenig Feuchtigkeit, zu viel Stärke, starke Verarbeitung. Ich rate davon ab, auch auf Reisen, denn gutes Nassfutter in Dosen oder Beuteln ist genauso haltbar und transportierbar.

Woran erkenne ich gutes Nassfutter?

Am Etikett: offene Deklaration mit Prozentangaben, Muskelfleisch an erster Stelle, sehr hoher Fleischanteil, keine minderwertigen Nebenerzeugnisse, kein Zucker, keine Konservierungs- und Lockstoffe, Alleinfuttermittel.

Darf ich Nassfutter und Trockenfutter mischen?

Nein, davon rate ich ab. Trockenfutter und Nassfutter werden unterschiedlich schnell verdaut. Aus meiner Erfahrung reagieren viele Hunde auf die Mischung mit Blähungen, weichem Kot oder Durchfall. Wer Nassfutter strecken will, mischt gekochtes Gemüse oder Kartoffeln unter.

Brauchen Hunde Getreide?

Nein. Ihr Kohlenhydratbedarf ist gering. Ein kleiner Anteil Reis, Kartoffel oder Haferflocken ist in Ordnung, Getreide als Hauptbestandteil nicht. Getreidefrei heißt aber nicht automatisch gut, auch Erbsen und Kartoffeln können ein Futter mit Stärke füllen.

Wie stelle ich das Futter um?

Langsam über ein bis zwei Wochen, bei älteren Hunden und großem Unterschied zum alten Futter auch länger. Von Nassfutter auf Nassfutter mischst du das neue Futter in steigenden Anteilen unter das alte. Von Trockenfutter auf Nassfutter werden beide nicht gemischt: Das Trockenfutter wird Schritt für Schritt reduziert, das Nassfutter gesteigert, beides in getrennten Portionen zu verschiedenen Zeiten. Mit einer einzigen Sorte beginnen, erst wenn der Hund sie gut verträgt, kommt eine zweite dazu. Weicher Kot in den ersten Tagen ist normal, anhaltender Durchfall nicht.

Wie viel Futter braucht mein Hund?

Das hängt von Gewicht, Alter, Aktivität und Futter ab. Die Packungsangabe ist ein Ausgangswert, kontrolliert wird am Hund: Rippen fühlbar, Taille sichtbar, Gewicht stabil.

Fazit: Was gutes Hundefutter ausmacht

Gutes Hundefutter ist keine Frage des Marketings, sondern der Zutaten. Ein Hund braucht Fleisch, Innereien, Calcium, einen kleinen pflanzlichen Anteil, gute Fette und Feuchtigkeit. Er braucht keinen Zucker, keine Mehle, keine Konservierungsstoffe und kein Getreide als Füllstoff. Nassfutter mit hohem Fleischanteil erfüllt das ohne Rechnen und ohne Keimrisiko. Das ist der Grund, warum ich es in der Beratung empfehle und bei meinen Hunden und Pflegehunden als Basis füttere. Trockenfutter ist praktisch für Halterinnen und Halter, für den Hund aber die am wenigsten artgerechte Form. Barfen und Kochen sind gute Wege für alle, die rechnen wollen. Und egal welcher Weg: Entscheidend ist die Zusammensetzung, nicht die Werbung auf der Packung.

Quellen

  • Axelsson, E., Ratnakumar, A., Arendt, M.-L. et al. (2013): The genomic signature of dog domestication reveals adaptation to a starch-rich diet. Nature 495, 360 bis 364
  • Mueller, R. S., Olivry, T. und Prélaud, P. (2016): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (2): common food allergen sources in dogs and cats. BMC Veterinary Research 12, 9
  • Dillitzer, N., Becker, N. und Kienzle, E. (2011): Intake of minerals, trace elements and vitamins in bone and raw food rations in adult dogs. British Journal of Nutrition 106, S53 bis S56
  • National Research Council (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats. The National Academies Press
  • FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs
  • Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln (Kennzeichnung)
  • Brandner, T. (2023): Ernährungsfibel für Hunde und Katzen. 13. Auflage, Provital
  • Lehrgang Ernährungsberatung für Hunde und Katzen, Provital, 2023, sowie Ausbildung zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen, 2024
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Christina Williger

Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Autorin | Gründerin von Hund-als-Haustier.de

Tiere sind seit jeher ein zentraler Teil meines Lebens. Durch meine langjährige Erfahrung mit verschiedenen Haustieren sowie fast 20 Jahre im Pferdesport und Hundesport habe ich ein tiefes Verständnis für ihre Bedürfnisse entwickelt. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich dazu bewegt, mich intensiv mit Tierernährung zu beschäftigen und mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Heute teile ich mein Wissen und meine Erfahrung in Büchern, Ratgebern und Fachartikeln rund um die artgerechte Tierhaltung sowie die Ernährung von Hunden und Katzen.