Über­sprungs­hand­lun­gen beim Hund

Hast Du schon ein­mal bemerkt, dass Dein Hund sich plötz­lich und ohne ersicht­li­chen Grund inten­siv leckt, obwohl er gera­de mit etwas ganz ande­rem beschäf­tigt war? Dass er sich plötz­lich ganz inten­siv kratzt, obwohl es eigent­lich kei­nen Anlass gibt? Oder dass er anfängt zu gäh­nen, obwohl er offen­sicht­lich nicht müde ist? Dann ist es sehr wahr­schein­lich, dass Du Zeu­ge einer soge­nann­ten Über­sprungs­hand­lung gewor­den bist. Die­ses Ver­hal­ten, das übri­gens nicht nur bei Hun­den, son­dern auch bei ande­ren Tie­ren beob­ach­tet wird, kann ein Anzei­chen für Stress, Unsi­cher­heit oder sons­ti­ge Pro­ble­me sein und ist ein wich­ti­ger Indi­ka­tor für das Wohl­be­fin­den Dei­nes Hun­des.

In die­sem Blog­bei­trag wol­len wir das Phä­no­men der Über­sprungs­hand­lun­gen bei Hun­den genau­er unter die Lupe neh­men. Du wirst ler­nen, was typi­sche Über­sprungs­hand­lun­gen sind, wie man sie erkennt, und vor allem, was Du tun kannst, um Dei­nem Hund zu hel­fen, wenn er sol­che Ver­hal­tens­wei­sen zeigt. Wir wer­den uns auch damit beschäf­ti­gen, wie spe­zi­el­les Trai­ning und Erzie­hung hel­fen kön­nen, Über­sprungs­hand­lun­gen zu redu­zie­ren und das all­ge­mei­ne Wohl­be­fin­den Dei­nes Hun­des zu för­dern. Viel Spaß beim Lesen!

Übersprungshandlung Hund
Über­sprungs­hand­lung Hund

Was sind Über­sprungs­hand­lun­gen?

Um zu ver­ste­hen, was Über­sprungs­hand­lun­gen über­haupt sind, tau­chen wir ein wenig in die Welt der Ver­hal­tens­bio­lo­gie ein. Das Wort „Über­sprung“ stammt ursprüng­lich aus der Tier­psy­cho­lo­gie und bezeich­net ein Ver­hal­ten, das ein Tier zeigt, wenn es sich in einer Kon­flikt­si­tua­ti­on befin­det — also einer Situa­ti­on, in der es zwi­schen zwei oder meh­re­ren Hand­lungs­im­pul­sen hin- und her­ge­ris­sen ist und nicht weiß, wie es reagie­ren soll. Über­sprungs­hand­lun­gen die­nen dann als eine Art „Ven­til“, um den auf­ge­stau­ten Stress abzu­bau­en.

Sol­che Über­sprungs­hand­lun­gen kön­nen sehr viel­fäl­tig sein und hän­gen stark vom indi­vi­du­el­len Tier und sei­ner spe­zi­fi­schen Situa­ti­on ab. Bei Hun­den gehö­ren dazu bei­spiels­wei­se plötz­li­ches Krat­zen, Lecken, Gäh­nen oder inten­si­ves Put­zen. Es sind also Hand­lun­gen, die schein­bar nicht in den Kon­text pas­sen und eher unpas­send oder gar „sinn­los“ erschei­nen.

Um es ein­fa­cher zu erklä­ren: Stell Dir vor, Du bist in einer pein­li­chen oder stres­si­gen Situa­ti­on und weißt nicht genau, wie Du reagie­ren sollst. Viel­leicht beginnst Du dann, ner­vös mit Dei­nem Schlüs­sel zu spie­len, auf Dei­nem Stift zu kau­en oder mit Dei­nen Haa­ren zu spie­len. Sol­che Ver­hal­tens­wei­sen sind mensch­li­che Ent­spre­chun­gen von Über­sprungs­hand­lun­gen – sie die­nen dazu, inne­re Span­nun­gen abzu­bau­en.

Über­sprungs­hand­lun­gen sind somit ein deut­li­ches Signal dafür, dass Dein Hund in einer stres­si­gen bzw. kon­flikt­ge­la­de­nen Situa­ti­on ist und nicht genau weiß, wie er sich ver­hal­ten soll. Daher ist es wich­tig, die­ses Ver­hal­ten zu erken­nen und rich­tig zu deu­ten, um Dei­nem Hund in sol­chen Situa­tio­nen bei­ste­hen zu kön­nen.

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Wie erkennt man Über­sprungs­hand­lun­gen bei Hun­den?

Über­sprungs­hand­lun­gen sind nicht immer leicht zu erken­nen, da sie oft mit all­täg­li­chen Ver­hal­tens­wei­sen ver­wech­selt wer­den kön­nen. Wich­tig ist hier­bei der Kon­text: Eine Über­sprungs­hand­lung wirkt oft deplat­ziert oder unan­ge­bracht in der gege­be­nen Situa­ti­on.

Die häu­figs­ten Über­sprungs­hand­lun­gen beim Hund

Eini­ge der häu­figs­ten Über­sprungs­hand­lun­gen bei Hun­den sind:

  • Gäh­nen: Obwohl Gäh­nen auch ein Zei­chen von Müdig­keit sein kann, kann es sich in bestimm­ten Situa­tio­nen auch um eine Über­sprungs­hand­lung han­deln, ins­be­son­de­re wenn der Hund offen­sicht­lich nicht müde ist.
  • Krat­zen, bei­ßen oder Lecken: Ein Hund, der sich plötz­lich und inten­siv kratzt, beißt oder leckt, obwohl es kei­nen ersicht­li­chen Grund dafür gibt (wie bei­spiels­wei­se Para­si­ten­be­fall), zeigt wahr­schein­lich eine Über­sprungs­hand­lung.
  • Schnüf­feln: Wenn Dein Hund in einer Stress­si­tua­ti­on plötz­lich anfängt, inten­siv zu schnüf­feln, kann dies auch eine Über­sprungs­hand­lung sein.
  • Plötz­li­ches Put­zen: Ähn­lich wie beim Krat­zen oder Lecken kann auch das plötz­li­che Put­zen eine Über­sprungs­hand­lung dar­stel­len, wenn es schein­bar ohne Grund erfolgt.
  • Bel­len oder Jau­len: Obwohl Bel­len eine nor­ma­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­form für Hun­de ist, kann es auch eine Über­sprungs­hand­lung sein, ins­be­son­de­re wenn es unun­ter­bro­chen oder in unan­ge­mes­se­nen Situa­tio­nen auf­tritt.
  • Zer­stö­rungs­wut: Wenn Dein Hund plötz­lich beginnt, Din­ge zu zer­stö­ren, ins­be­son­de­re wenn er das nor­ma­ler­wei­se nicht tut, könn­te das eben­falls eine Über­sprungs­hand­lung sein.
  • Ansprin­gen: Wenn Dein Hund Dich oder ande­re Men­schen plötz­lich und ohne ersicht­li­chen Grund anspringt, könn­te dies auch eine Über­sprungs­hand­lung sein.
  • In die Lei­ne bei­ßen: Man­che Hun­de reagie­ren auf Stress oder Unsi­cher­heit, indem sie in ihre Lei­ne bei­ßen. Dies ist eine wei­te­re mög­li­che Über­sprungs­hand­lung.
  • Schüt­teln: Ein Hund kann sich auch in stres­si­gen oder unan­ge­neh­men Situa­tio­nen schüt­teln als eine Art Über­sprungs­hand­lung.
  • Los­ren­nen: Wenn ein Hund plötz­lich ohne erkenn­ba­ren Grund los­rennt, kann das eben­falls eine Form der Über­sprungs­hand­lung sein, um ange­stau­ten Stress abzu­bau­en.

Alle die­se Ver­hal­tens­wei­sen kön­nen in ver­schie­de­nen Kon­tex­ten nor­mal sein. Es ist die Situa­ti­on und die plötz­li­che, schein­bar unpas­sen­de Aus­füh­rung die­ser Ver­hal­tens­wei­sen, die sie als Über­sprungs­hand­lun­gen kenn­zeich­net.

Plötzliches Putzen und Knabbern können Übersprungshandlungen sein
Plötz­li­ches Put­zen und Knab­bern kön­nen Über­sprungs­hand­lun­gen sein

Was sind mög­li­che Ursa­chen?

Über­sprungs­hand­lun­gen sind in ers­ter Linie ein Zei­chen von Stress, Anspan­nung oder Unwohl­sein bei Dei­nem Hund. Sie tre­ten auf, wenn Dein Hund sich in einer Situa­ti­on unwohl oder unsi­cher fühlt und nicht weiß, wie er reagie­ren soll. In sol­chen Fäl­len kann eine Über­sprungs­hand­lung als eine Art „psy­cho­lo­gi­sches Ven­til“ die­nen, um den auf­ge­bau­ten Druck oder Stress abzu­bau­en.

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Emo­tio­na­le Ursa­chen für Über­sprungs­hand­lun­gen

Die Ursa­chen für Über­sprungs­hand­lun­gen kön­nen sehr viel­fäl­tig sein und hän­gen stark von der indi­vi­du­el­len Per­sön­lich­keit und den Lebens­um­stän­den Dei­nes Hun­des ab. Eini­ge Hun­de sind von Natur aus ner­vö­ser oder ängst­li­cher und nei­gen daher eher zu Über­sprungs­hand­lun­gen als ande­re.

Ande­re mög­li­che emo­tio­na­le Ursa­chen kön­nen sein:

  • Angst und Unsi­cher­heit: Wenn Dein Hund Angst hat oder sich in einer neu­en, unbe­kann­ten Situa­ti­on unsi­cher fühlt, kann das zu Über­sprungs­hand­lun­gen füh­ren.
  • Stress und Über­for­de­rung: Über­sprungs­hand­lun­gen kön­nen auch ein Zei­chen dafür sein, dass Dein Hund sich gestresst oder über­for­dert fühlt. Dies kann bei­spiels­wei­se der Fall sein, wenn zu vie­le Rei­ze auf ihn ein­wir­ken oder wenn er mit einer Auf­ga­be oder Anfor­de­rung über­for­dert ist.
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Phy­si­sche Ursa­chen

Aber nicht nur psy­chi­sche Fak­to­ren kön­nen zu Über­sprungs­hand­lun­gen füh­ren. Auch kör­per­li­che Beschwer­den kön­nen sol­che Hand­lun­gen aus­lö­sen:

  • Schmer­zen oder Unwohl­sein: Wenn Dein Hund Schmer­zen hat oder sich all­ge­mein unwohl fühlt, kann das eben­falls zu Über­sprungs­hand­lun­gen füh­ren. In die­sem Fall sind die­se Ver­hal­tens­wei­sen ein Ver­such, die Schmer­zen oder das Unwohl­sein zu lin­dern oder von ihnen abzu­len­ken.
  • Über­mü­dung oder Über­sti­mu­la­ti­on: Auch Über­mü­dung oder Über­sti­mu­la­ti­on kön­nen zu Über­sprungs­hand­lun­gen füh­ren. Wenn Dein Hund zu auf­ge­dreht ist oder zu wenig Schlaf bekommt, kann das sein Stress­le­vel erhö­hen und Über­sprungs­hand­lun­gen begüns­ti­gen.

Es ist wich­tig zu beach­ten, dass Über­sprungs­hand­lun­gen in der Regel nicht aus dem Nichts kom­men, son­dern immer eine Ursa­che haben. Wenn Dein Hund Über­sprungs­hand­lun­gen zeigt, ist es daher wich­tig, die Ursa­che zu iden­ti­fi­zie­ren und zu ver­su­chen, sie zu behe­ben. Denn nur so kann Dein Hund ler­nen, bes­ser mit Stress und Unsi­cher­heit umzu­ge­hen und das Auf­tre­ten von Über­sprungs­hand­lun­gen in der Zukunft zu mini­mie­ren.

Übersprungshandlungen können verschiedene Ursachen haben
Über­sprungs­hand­lun­gen kön­nen ver­schie­de­ne Ursa­chen haben

Der Ein­fluss von Stress auf Über­sprungs­hand­lun­gen

Stress ist einer der Haupt­aus­lö­ser für Über­sprungs­hand­lun­gen bei Hun­den. Um die­se Hand­lun­gen effek­tiv zu redu­zie­ren, ist es daher uner­läss­lich, den Stress­pe­gel Dei­nes Hun­des zu ver­ste­hen und zu mana­gen.

Was ist Stress bei Hun­den?

Stress bei Hun­den ist nicht viel anders als Stress bei Men­schen. Es han­delt sich um eine kör­per­li­che und geis­ti­ge Reak­ti­on auf her­aus­for­dern­de oder bedroh­li­che Situa­tio­nen. Lang anhal­ten­der oder chro­ni­scher Stress kann bei Hun­den übri­gens nicht nur zu Über­sprungs­hand­lun­gen, son­dern auch zu erns­ten gesund­heit­li­chen Pro­ble­men füh­ren.

Wie erken­ne ich Stress bei mei­nem Hund?

Es gibt ver­schie­de­ne Anzei­chen dafür, dass Dein Hund gestresst sein könn­te. Eini­ge davon sind:

  • Erhöh­te Unru­he oder Ner­vo­si­tät
  • Häu­fi­ges Hecheln, auch wenn es nicht warm ist
  • Ver­än­der­tes Fress­ver­hal­ten
  • Ver­än­der­tes Schlaf­ver­hal­ten
  • Erhöh­te Aggres­si­vi­tät
  • Anhal­ten­des Bel­len oder Jau­len
  • Über­mä­ßi­ges Lecken oder Krat­zen

All die­se Ver­hal­tens­wei­sen kön­nen dar­auf hin­deu­ten, dass Dein Hund gestresst ist. Wenn Du sol­che Anzei­chen bei Dei­nem Hund bemerkst, ist es wich­tig, die Stres­s­ur­sa­che zu fin­den und zu ver­su­chen, sie zu behe­ben.

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Wie kann ich den Stress mei­nes Hun­des redu­zie­ren?

Es gibt ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, wie Du den Stress­pe­gel Dei­nes Hun­des sen­ken und damit das Auf­tre­ten von Über­sprungs­hand­lun­gen redu­zie­ren kannst:

  • Regel­mä­ßi­ge Bewe­gung: Hun­de benö­ti­gen viel Bewe­gung, um ihr Stress­ni­veau zu sen­ken. Sor­ge dafür, dass Dein Hund täg­lich genü­gend Aus­lauf bekommt.
  • Ruhe­pha­sen: Eben­so wich­tig wie Bewe­gung sind Ruhe­pha­sen. Stel­le sicher, dass Dein Hund genü­gend Schlaf bekommt und genü­gend Mög­lich­kei­ten hat, sich zurück­zu­zie­hen und zu ent­span­nen.
  • Trai­ning und Beschäf­ti­gung: Geis­ti­ge Aus­las­tung kann hel­fen, Stress abzu­bau­en. Beschäf­ti­ge Dei­nen Hund mit Denk­sport, Intel­li­genz­spiel­zeug, Hun­de­sport, Trai­nings­ein­hei­ten und ande­ren Akti­vi­tä­ten, die ihn geis­tig for­dern.
  • Posi­ti­ve Ver­stär­kung: Ver­wen­de posi­ti­ve Ver­stär­kung, um Dei­nem Hund zu hel­fen, bes­ser mit stres­si­gen Situa­tio­nen umzu­ge­hen. Lobe und beloh­ne ihn, wenn er ruhig und gelas­sen bleibt, anstatt Über­sprungs­hand­lun­gen zu zei­gen.

Wie gehe ich mit Über­sprungs­hand­lun­gen um?

Wenn Du bemerkst, dass Dein Hund eine Über­sprungs­hand­lung zeigt, ist es wich­tig zu ver­ste­hen, dass er damit sei­ne inne­re Anspan­nung aus­drückt. Anstatt ihn zu maß­re­geln, soll­test Du ver­su­chen, die Ursa­che des Stres­ses zu iden­ti­fi­zie­ren und abzu­stel­len.

Was mache ich, wenn mein Hund eine Über­sprungs­hand­lung zeigt?

Hier sind eini­ge Tipps, wie Du reagie­ren kannst, wenn Dein Hund eine Über­sprungs­hand­lung zeigt:

  • Blei­be ruhig: Es ist wich­tig, dass Du selbst ruhig bleibst. Dei­ne eige­ne Anspan­nung könn­te die Situa­ti­on ver­schlim­mern, da Hun­de sehr sen­si­bel auf die Emo­tio­nen ihrer Men­schen reagie­ren.
  • Ver­su­che, die Stress­quel­le zu iden­ti­fi­zie­ren: Über­le­ge, was Dei­nen Hund stres­sen könn­te. Ist die Umge­bung zu laut oder zu hek­tisch? Hat er Angst vor etwas oder jeman­dem? Bist Du selbst gestresst oder ange­spannt?
  • Nimm Dei­nen Hund aus der stres­si­gen Situa­ti­on her­aus: Wenn mög­lich, brin­ge Dei­nen Hund in eine ruhi­ge­re, weni­ger stres­si­ge Umge­bung.
  • Gib Dei­nem Hund Zeit, sich zu beru­hi­gen: Zwin­ge Dei­nen Hund nicht, sofort mit der Über­sprungs­hand­lung auf­zu­hö­ren. Gib ihm etwas Zeit und Raum, um sich zu beru­hi­gen.
Eine Übersprungshandlung baut Stress ab
Eine Über­sprungs­hand­lung baut Stress ab

Wie kann ich mei­nem Hund hel­fen, bes­ser mit Stress umzu­ge­hen?

Lang­fris­tig ist es wich­tig, Dei­nem Hund bei­zu­brin­gen, wie er bes­ser mit Stress und Unsi­cher­heit umge­hen kann. Hier sind eini­ge Stra­te­gien, die Du aus­pro­bie­ren kannst:

  • Trai­ning: Mit Hil­fe von Trai­ning und posi­ti­ver Ver­stär­kung kannst Du Dei­nem Hund bei­brin­gen, bes­ser auf Stress zu reagie­ren. Du könn­test zum Bei­spiel mit ihm üben, in stres­si­gen Situa­tio­nen ruhig zu blei­ben, oder ihm Alter­na­tiv­ver­hal­ten bei­brin­gen, das er anstel­le der Über­sprungs­hand­lung zei­gen kann.
  • Sozia­li­sie­rung: Ein gut sozia­li­sier­ter Hund kommt bes­ser mit neu­en Situa­tio­nen und Her­aus­for­de­run­gen zurecht. Sor­ge dafür, dass Dein Hund regel­mä­ßig posi­ti­ve Erfah­run­gen mit ver­schie­de­nen Men­schen, Tie­ren und Umge­bun­gen macht.
  • Tier­arzt, Hun­de­trai­ner oder Ver­hal­tens­the­ra­peut: Wenn Dein Hund häu­fig Über­sprungs­hand­lun­gen zeigt oder sehr stark auf Stress reagiert, könn­te es hilf­reich sein, einen Tier­arzt oder einen auf Hun­de­ver­hal­ten spe­zia­li­sier­ten The­ra­peu­ten oder Hun­de­trai­ner um Rat zu fra­gen.

Behal­te bit­te immer im Hin­ter­kopf, dass Dein Hund nicht absicht­lich Über­sprungs­hand­lun­gen zeigt, um Dich zu ärgern. Es ist sei­ne Art, mit Stress und Unsi­cher­heit umzu­ge­hen. Mit Geduld, Ver­ständ­nis und der rich­ti­gen Unter­stüt­zung kannst Du Dei­nem Hund hel­fen, bes­ser mit die­sen Gefüh­len umzu­ge­hen und das Auf­tre­ten von Über­sprungs­hand­lun­gen zu redu­zie­ren.

Vor­beu­gen­de Maß­nah­men gegen Über­sprungs­hand­lun­gen

Obwohl es wich­tig ist zu wis­sen, wie man auf Über­sprungs­hand­lun­gen reagiert, wenn sie auf­tre­ten, ist es eben­so wich­tig zu wis­sen, wie man sie von vorn­her­ein ver­mei­den kann. Es gibt ver­schie­de­ne vor­beu­gen­de Maß­nah­men, die Du ergrei­fen kannst, um die Wahr­schein­lich­keit für das Auf­tre­ten von Über­sprungs­hand­lun­gen bei Dei­nem Hund zu mini­mie­ren.

Eine siche­re und ent­spann­te Umge­bung schaf­fen

Eine der effek­tivs­ten Metho­den, um Über­sprungs­hand­lun­gen zu ver­hin­dern, ist die Schaf­fung einer siche­ren und ent­spann­ten Umge­bung für Dei­nen Hund. Hun­de, die in einer ruhi­gen und stress­frei­en Umge­bung leben, zei­gen sel­te­ner Über­sprungs­hand­lun­gen.

  • Einen siche­ren Rück­zugs­ort bie­ten: Jeder Hund soll­te einen Platz haben, an dem er sich sicher und ent­spannt fühlt. Dies könn­te eine bestimm­te Ecke des Hau­ses, ein Hun­de­bett oder eine Hun­de­hüt­te sein.
  • Regel­mä­ßi­ge Rou­ti­nen ein­hal­ten: Hun­de sind Gewohn­heits­tie­re und füh­len sich wohl, wenn sie wis­sen, was sie erwar­tet. Ver­su­che daher, fes­te Rou­ti­nen für Füt­te­rungs­zei­ten, Spa­zier­gän­ge und Schla­fens­zei­ten ein­zu­hal­ten.
  • Stres­si­ge Situa­tio­nen mini­mie­ren: Ver­su­che, poten­zi­ell stres­si­ge Situa­tio­nen zu ver­mei­den oder zu mini­mie­ren. Dies könn­te bei­spiels­wei­se bedeu­ten, lau­te und hek­ti­sche Umge­bun­gen zu mei­den oder Dei­nem Hund wäh­rend Gewit­tern oder Feu­er­wer­ken beson­de­re Auf­merk­sam­keit und Sicher­heit zu bie­ten.
Ein sicherer Rückzugsort verhindert Stress
Ein siche­rer Rück­zugs­ort ver­hin­dert Stress

Gutes Beneh­men för­dern und beloh­nen

Eine wei­te­re effek­ti­ve Metho­de zur Ver­mei­dung von Über­sprungs­hand­lun­gen ist das Trai­ning und die För­de­rung von gutem Beneh­men.

  • Posi­ti­ves Ver­hal­ten beloh­nen: Wenn Du bemerkst, dass Dein Hund ruhig und ent­spannt bleibt, selbst in Situa­tio­nen, die ihn nor­ma­ler­wei­se stres­sen, dann lobe und beloh­ne ihn dafür. So wird er ermu­tigt, die­ses Ver­hal­ten auch in Zukunft zu zei­gen.
  • Kla­re und kon­sis­ten­te Regeln set­zen: Hun­de ver­ste­hen und befol­gen am liebs­ten kla­re und kon­sis­ten­te Regeln. Stel­le sicher, dass Dein Hund genau weiß, was von ihm erwar­tet wird, und sei kon­se­quent in der Durch­set­zung die­ser Regeln.

All­ge­mei­ne Gesund­heit för­dern

Auch das all­ge­mei­ne Gesund­heits- und Wohl­be­fin­den Dei­nes Hun­des einen gro­ßen Ein­fluss auf sein Ver­hal­ten und sei­ne Reak­ti­on auf Stress haben:

  • Gesun­de Ernäh­rung: Eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung ist wich­tig für die kör­per­li­che und geis­ti­ge Gesund­heit Dei­nes Hun­des. Stel­le sicher, dass er alle not­wen­di­gen Nähr­stof­fe erhält und ver­mei­de Lebens­mit­tel, die zu gesund­heit­li­chen Pro­ble­men füh­ren kön­nen.
  • Regel­mä­ßi­ge Tier­arzt­be­su­che: Regel­mä­ßi­ge Tier­arzt­be­su­che kön­nen dazu bei­tra­gen, gesund­heit­li­che Pro­ble­me früh­zei­tig zu erken­nen und zu behan­deln. Ein gesun­der Hund ist weni­ger wahr­schein­lich gestresst und zeigt damit auch weni­ger Über­sprungs­hand­lun­gen.

Indem Du die­se vor­beu­gen­den Maß­nah­men ergreifst, kannst Du die Wahr­schein­lich­keit von Über­sprungs­hand­lun­gen bei Dei­nem Hund mini­mie­ren und ihm hel­fen, ein ent­spann­te­res und glück­li­che­res Leben zu füh­ren.

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Fazit & Zusam­men­fas­sung

Über­sprungs­hand­lun­gen sind bei Hun­den ein häu­fi­ges Phä­no­men und ein Aus­druck von Stress oder inne­rer Anspan­nung. Sie ent­ste­hen in Situa­tio­nen, in denen sich der Hund unsi­cher fühlt oder ihm eine kla­re Reak­ti­on auf die Situa­ti­on fehlt. Typi­sche Über­sprungs­hand­lun­gen sind bei­spiels­wei­se exzes­si­ves Lecken, Krat­zen, Kau­en, Bel­len, Zer­stö­rungs­wut, Ansprin­gen, in die Lei­ne bei­ßen, Schüt­teln und Los­ren­nen.

Stress ist eine der Haupt­ur­sa­chen für Über­sprungs­hand­lun­gen, daher ist es ent­schei­dend, den Stress­pe­gel Dei­nes Hun­des zu mana­gen. Anzei­chen von Stress kön­nen Unru­he, Hecheln, ver­än­der­tes Fress- und Schlaf­ver­hal­ten, erhöh­te Aggres­si­vi­tät, Bel­len oder Jau­len, sowie über­mä­ßi­ges Lecken oder Krat­zen sein. Du kannst den Stress Dei­nes Hun­des redu­zie­ren, indem Du für regel­mä­ßi­ge Bewe­gung, aus­rei­chen­de Ruhe­pha­sen, geis­ti­ge Anre­gung und posi­ti­ve Ver­stär­kung sorgst.

Wenn Dein Hund Über­sprungs­hand­lun­gen zeigt, ist es wich­tig, ruhig zu blei­ben, die Stress­quel­le zu iden­ti­fi­zie­ren und Dei­nen Hund aus der stres­si­gen Situa­ti­on zu ent­fer­nen. Lang­fris­tig soll­test Du Dei­nem Hund durch Trai­ning und Sozia­li­sa­ti­on hel­fen, bes­ser mit Stress umzu­ge­hen.

Vor­beu­gen­de Maß­nah­men gegen Über­sprungs­hand­lun­gen umfas­sen die Schaf­fung einer siche­ren und ent­spann­ten Umge­bung, die För­de­rung und Beloh­nung von gutem Ver­hal­ten und die För­de­rung der all­ge­mei­nen Gesund­heit und des Wohl­be­fin­dens Dei­nes Hun­des.

Abschlie­ßend ist es wich­tig zu beden­ken, dass Über­sprungs­hand­lun­gen ein natür­li­cher und instink­ti­ver Weg des Hun­des sind, mit Stress umzu­ge­hen. Sie sind kein Zei­chen von Unge­hor­sam oder schlech­tem Beneh­men. Mit Ver­ständ­nis, Geduld und kon­se­quen­tem Trai­ning kannst Du Dei­nem Hund dabei hel­fen, bes­ser mit stres­si­gen Situa­tio­nen umzu­ge­hen und so das Auf­tre­ten von Über­sprungs­hand­lun­gen zu mini­mie­ren.

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Christina Williger

Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen, Gründerin

Im Laufe meines Lebens hatte (und habe) ich schon unzählige Haustiere. Zudem war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine Tierliebe veranlasste mich dazu, als Bloggerin & Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und meine langjährigen Erfahrungen und mein umfangreiches Wissen über Tiere mit anderen zu teilen. Inspiriert durch die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon habe ich mich außerdem zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weitergebildet. Mit meinen Büchern und Blogs möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, deren Lebensqualität nachhaltig verbessern und so zu einem harmonischeren Zusammenleben von Mensch und Tier beitragen.