Wenn dein Hund Schmerzen hat, willst du ihm so schnell wie möglich helfen. Gleichzeitig tauchen viele Fragen auf: Welches Mittel hat die Tierärztin oder der Tierarzt verschrieben und wie wirkt es? Was bedeuten die Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel? Und warum darf er nicht einfach eine Tablette aus deiner Hausapotheke bekommen?
In meiner Ausbildung zur tierärztlich geprüften Tierphysiotherapeutin (in Ausbildung) haben wir uns ausführlich damit beschäftigt, wie Schmerz entsteht und an welcher Stelle die verschiedenen Schmerzmittel ansetzen. Genau das hilft zu verstehen, warum deine Tierärztin oder dein Tierarzt ein bestimmtes Mittel auswählt, warum manche Wirkstoffe nicht zusammenpassen und worauf du zu Hause achten solltest.
Das Wichtigste in Kürze zu geeigneten Schmerzmitteln für Hunde
Schmerzmittel für Hunde gehören in die Hand der Tierärztin oder des Tierarztes: Sie sind verschreibungspflichtig, werden nach Körpergewicht dosiert und setzen an unterschiedlichen Stellen der Schmerzentstehung an. Schmerzmittel für Menschen wie Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol sind für Hunde gefährlich.
- Die häufigsten Schmerzmittel beim Hund sind entzündungshemmende Wirkstoffe wie Meloxicam, Carprofen oder Robenacoxib, dazu Grapiprant, Metamizol und der Antikörper Bedinvetmab.
- Bei Nervenschmerzen kommen Wirkstoffe wie Gabapentin oder Pregabalin dazu, oft in Kombination mit einem entzündungshemmenden Schmerzmittel.
- Entzündungshemmende Schmerzmittel dürfen nicht miteinander oder mit Kortison kombiniert werden.
- Ibuprofen verursachte bei Hunden schon in Mengen von 8 bis 16 mg pro Kilogramm Körpergewicht täglich über 30 Tage Magengeschwüre.
Wie entsteht Schmerz beim Hund?
Beim Hund unterscheidet man drei Schmerzformen: den Nozizeptorschmerz, den neuropathischen Schmerz und den noziplastischen Schmerz. Sie entstehen auf unterschiedliche Weise. Deshalb wirkt nicht jedes Schmerzmittel bei jeder Form gleich gut. Manchmal braucht es eine Kombination.
- Nozizeptorschmerz entsteht, wenn spezielle Nervenendigungen, die Nozizeptoren, einen schädlichen Reiz registrieren, etwa bei einer Verletzung oder Entzündung. Das Signal läuft über die Nervenbahnen ins Rückenmark und weiter ins Gehirn, wo es als Schmerz wahrgenommen wird. Diese Form hat eine Schutzfunktion: Sie sorgt dafür, dass dein Hund eine verletzte Pfote schont. Auch Entzündungsschmerzen, etwa bei Arthrose, gehören dazu.
- Neuropathischer Schmerz entsteht, wenn Nerven selbst geschädigt oder gereizt sind, zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall. Der Schmerz kann im ganzen Versorgungsgebiet des Nervs auftreten, also auch an einer anderen Stelle als der Schädigung. Klassische Schmerzmittel wirken bei dieser Form oft nur eingeschränkt.
- Noziplastischer Schmerz entsteht, wenn das Nervensystem selbst überempfindlich geworden ist, ohne dass eine Gewebe- oder Nervenschädigung das allein erklärt. Er kann sich zum Beispiel bei lange bestehenden Arthroseschmerzen entwickeln: Dann tun schon leichte Berührungen oder normale Bewegungen weh.
Eine Sonderform des Nozizeptorschmerzes spielt in der Physiotherapie eine große Rolle: der reflektorische Muskelschmerz. Stress, Fehlbelastungen oder Schonhaltungen reizen die Schmerzrezeptoren im Muskel, der Muskel zieht sich weiter zusammen und die Verhärtung verstärkt sich. Diesen Kreislauf sehe ich in der Physiotherapie häufig, etwa wenn ein Hund wegen eines schmerzenden Gelenks dauerhaft anders läuft.
Welche Schmerzmittel gibt es für Hunde?
Für Hunde gibt es mehrere Gruppen von Schmerzmitteln, die an unterschiedlichen Stellen ansetzen: im Gewebe, im Rückenmark oder im Gehirn. Welches Mittel passt, hängt von Ursache und Art der Schmerzen ab und davon, ob sie akut oder chronisch sind. Ebenso zählt, wie gesund Magen, Nieren, Leber und Herz sind.
| Wirkstoffgruppe | Wirkstoffe (Beispiele für Handelsnamen) | Wo und wie sie wirken | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAIDs) | Carprofen (Rimadyl, Carpotab), Meloxicam (Metacam, Meloxidyl), Robenacoxib (Onsior), Tolfenaminsäure (Tolfedine) | im Gewebe; hemmen das Enzym Cyclooxygenase und damit die Bildung von Prostaglandinen | akute Schmerzen, Arthrose, nach Operationen |
| Piprante | Grapiprant (Galliprant) | im Gewebe; blockieren den Prostaglandin-Rezeptor EP4, ohne die Cyclooxygenase zu hemmen | leichte bis mittlere Arthroseschmerzen |
| Metamizol | Metamizol-Natrium (als Tierarzneimittel zur Injektion, als Tablette meist das Humanpräparat Novalgin) | schmerzlindernd, fiebersenkend und krampflösend | akute Schmerzen, Bauchschmerzen, Fieber |
| Antikörper | Bedinvetmab (Librela) | im Gewebe; binden den Nervenwachstumsfaktor NGF, der bei Arthrose vermehrt gebildet wird | Arthroseschmerzen, eine Spritze im Monat |
| Mittel gegen Nervenschmerzen | Gabapentin, Pregabalin | im Nervensystem; dämpfen die Übererregbarkeit der Nerven | Nervenschmerzen, chronische Schmerzen, meist in Kombination |
| Opioide | Buprenorphin, Methadon, Tramadol | im Rückenmark und Gehirn; wirken an den Opioid-Rezeptoren | starke akute Schmerzen, rund um Operationen; Tramadol auch als Tablette |
Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAIDs)
NSAIDs wie Carprofen oder Meloxicam (Metacam) sind die am häufigsten eingesetzten Schmerzmittel beim Hund. Sie hemmen die Cyclooxygenase, ein Enzym, das bei Verletzungen und Entzündungen vermehrt Prostaglandine bildet. Diese Botenstoffe verstärken Entzündung und Schmerz. Die Cyclooxygenase hat aber auch wichtige Aufgaben in der Magenwand und in den Nieren. Deshalb sind Magenreizungen die typische Nebenwirkung. Bei bestehenden Nierenproblemen kommen NSAIDs in der Regel nicht infrage, bei Lebererkrankungen ist Vorsicht geboten. Die Hersteller weisen in den Fachinformationen außerdem darauf hin, dass NSAIDs nicht gleichzeitig mit anderen NSAIDs oder mit Kortison gegeben werden dürfen.
Grapiprant
Grapiprant gehört zu einer eigenen Wirkstoffklasse, den Pipranten. Es hemmt nicht die gesamte Prostaglandinbildung, sondern blockiert nur den Rezeptor, über den ein bestimmtes Prostaglandin Arthroseschmerzen vermittelt. Weil die Cyclooxygenase dabei nicht gehemmt wird, greift Grapiprant weniger in deren Schutzaufgaben in Magen und Nieren ein. Zugelassen ist es für Schmerzen bei leichter bis mittelschwerer Arthrose.
Metamizol
Metamizol ist ein Schmerzmittel, das kein klassisches NSAID ist und den Magen in der Regel weniger belastet. Für Hunde gibt es zugelassene Tierarzneimittel mit Metamizol als Injektionslösung. Zu Hause bekommen Hunde meist Tabletten oder Tropfen aus der Humanmedizin wie Novalgin, die die Tierärztin oder der Tierarzt verordnet. Diese sogenannte Umwidmung ist erlaubt, wenn kein passendes Tierarzneimittel zur Verfügung steht. Die Dosis legt dann deine Tierärztin oder dein Tierarzt fest, nicht der Beipackzettel für Menschen.
Bedinvetmab
Bedinvetmab ist ein Antikörper, der speziell für Hunde entwickelt wurde. Er bindet den Nervenwachstumsfaktor NGF, der bei Arthrose vermehrt gebildet wird und die Nerven im Gelenk empfindlicher macht. Der Antikörper wirkt außerhalb des zentralen Nervensystems, eine Spritze hält etwa vier Wochen. Zugelassen ist er zur Linderung von Arthroseschmerzen, für Hunde unter zwölf Monaten nicht.
Die Produktinformation nennt als seltene Nebenwirkungen unter anderem Durchfall, Erbrechen, Bewegungsstörungen (Ataxie), vermehrten Durst und Harninkontinenz. Daten zur gleichzeitigen Langzeitgabe mit NSAIDs gibt es laut Produktinformation nicht. Seit 2025 diskutieren Fachartikel außerdem Fälle, in denen sich Gelenkschäden unter Bedinvetmab ungewöhnlich schnell verschlechtert haben; ein Übersichtsartikel im Journal of the American Veterinary Medical Association fordert deshalb eine sorgfältige Überwachung und Meldung solcher Fälle. Ob ein ursächlicher Zusammenhang besteht, ist bisher nicht geklärt. Sprich das Thema in der Tierarztpraxis an, wenn Librela vorgeschlagen wird.
Gabapentin und Pregabalin
Gabapentin und Pregabalin werden bei Nervenschmerzen eingesetzt, etwa nach einem Bandscheibenvorfall, bei Rückenproblemen oder bei chronischen Schmerzen, bei denen das Nervensystem überempfindlich geworden ist. Sie dämpfen die Übererregbarkeit der Nerven. Häufig verordnet die Tierärztin oder der Tierarzt sie zusätzlich zu einem entzündungshemmenden Schmerzmittel. Beide Wirkstoffe stammen aus der Humanmedizin und werden für Hunde umgewidmet. Die häufigste Nebenwirkung ist Benommenheit, manche Hunde laufen anfangs etwas unsicher. Setz Gabapentin nicht eigenmächtig ab; wenn es beendet werden soll, wird es in der Regel langsam ausgeschlichen.
Kortison
Kortison wie Prednisolon oder Dexamethason ist kein Schmerzmittel im engeren Sinn, hemmt Entzündungen aber stärker als NSAIDs, weil es früher in die Entzündungskaskade eingreift. Die Tierarztpraxis setzt es bei akuten entzündlichen Schüben, nach Verletzungen oder bei Tumoren ein. Typische Nebenwirkungen sind vermehrter Durst, häufigeres Wasserlassen, Hecheln, Gewichtszunahme und erhöhte Leberwerte. Kortison und NSAIDs werden nicht gleichzeitig gegeben; eine Ausnahme ist das zugelassene Kombinationspräparat aus Phenylbutazon und Prednisolon (Phen-Pred), das bei Magen-Darm‑, Nieren‑, Leber- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Herzinsuffizienz sowie bei Welpen und Junghunden nicht eingesetzt wird.
Opioide
Opioide wirken an den Opioid-Rezeptoren in Rückenmark und Gehirn. Sie beeinflussen aber auch Kreislauf, Atmung und Darmtätigkeit. Starke Opioide wie Buprenorphin oder Methadon setzt die Tierarztpraxis deshalb vor allem bei starken akuten Schmerzen und rund um Operationen ein, unter Überwachung. Tramadol verordnet die Tierärztin oder der Tierarzt auch als Tablette für zu Hause. Für Muskel- und Gelenkschmerzen im Alltag sind Opioide in der Regel nicht das Mittel der Wahl.
Pentosanpolysulfat
Pentosanpolysulfat (Cartrophen) ist kein klassisches Schmerzmittel. Die Tierarztpraxis spritzt es bei beginnender Arthrose in einer Serie. Es wird nicht mit NSAIDs oder Kortison kombiniert und kann die Blutgerinnung herabsetzen, deshalb ist bei Blutungsneigung Vorsicht geboten.
Welche Nebenwirkungen können Schmerzmittel beim Hund haben?
Die häufigsten Nebenwirkungen von Schmerzmitteln beim Hund betreffen Magen und Darm: Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit und im schlimmsten Fall Magengeschwüre mit schwarzem Kot. Bei entzündungshemmenden Schmerzmitteln können außerdem Nieren und Leber belastet werden, vor allem bei älteren Hunden oder bei Vorerkrankungen.
Welche Nebenwirkungen bei welchem Wirkstoff möglich sind, steht in der Fachinformation und im Beipackzettel. Die wichtigsten Warnzeichen solltest du kennen, egal welches Mittel dein Hund bekommt:
- Erbrechen, vor allem mit Blut oder kaffeesatzartigem Inhalt
- Durchfall oder schwarzer, teerartiger Kot
- Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder ungewöhnliche Schwäche
- deutlich mehr Durst und häufigeres Wasserlassen
- Gelbfärbung der Schleimhäute oder des Augenweiß
- Unsicherheit beim Laufen oder Zittern
Wenn dir eines dieser Zeichen auffällt, ruf deine Tierarztpraxis an, bevor du die nächste Dosis gibst. Setz das Mittel nicht eigenmächtig ab und ändere die Menge nicht auf eigene Faust. Wichtig ist auch, dass deine Tierärztin oder dein Tierarzt alle Medikamente kennt, die dein Hund bekommt, gerade bei Herz‑, Nieren- oder Lebererkrankungen und auch bei Nahrungsergänzungen.
Darf ich meinem Hund Schmerzmittel für Menschen geben?
Nein. Schmerzmittel aus der Hausapotheke wie Ibuprofen, Diclofenac, Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder Paracetamol darfst du deinem Hund nicht selbst geben. Hunde verstoffwechseln diese Wirkstoffe anders als Menschen, schon kleine Mengen können Magengeschwüre, Nieren- oder Leberschäden verursachen.
Wie schmal der Grat ist, zeigt Ibuprofen: Laut MSD Veterinary Manual entwickelten Hunde, die über 30 Tage täglich 8 bis 16 mg Ibuprofen pro Kilogramm Körpergewicht bekamen, Magengeschwüre oder Schleimhautschäden. Bei einer akuten Vergiftung stehen Magen-Darm-Blutungen und Nierenschäden im Vordergrund. Paracetamol gefährdet vor allem die Leber.
Hat dein Hund versehentlich eine Tablette aus deiner Hausapotheke erwischt, warte nicht ab, bis Beschwerden auftreten. Ruf sofort deine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an und nimm die Packung mit.
Eine Ausnahme sind Humanpräparate, die deine Tierärztin oder dein Tierarzt ausdrücklich für deinen Hund verordnet, wie Novalgin oder Gabapentin. Dann gilt ihre Dosierung, nicht die für Menschen.
Woran erkenne ich, dass mein Hund Schmerzen hat?
Hunde zeigen Schmerzen oft leise. Typische Anzeichen sind langsameres Aufstehen, Meiden von Treppen oder Sprüngen, Lecken an einer bestimmten Stelle, Rückzug, Unruhe, Hecheln in Ruhe oder eine veränderte Körperhaltung. Bei chronischen Schmerzen schleichen sich diese Veränderungen oft so langsam ein, dass man sie dem Alter zuschreibt.
Die Leitlinien der WSAVA zur Schmerzerkennung empfehlen Tierärzten deshalb, Schmerzen mit standardisierten Skalen zu erfassen, bei chronischen Schmerzen auch mit Fragebögen für die Halterinnen und Halter. Du kennst deinen Hund im Alltag am besten. Notiere dir, was dir auffällt: wann er langsamer wird, welche Wege er meidet, wie er sich hinlegt. Das hilft der Tierarztpraxis mehr als ein allgemeines „er ist irgendwie anders“.
Was kann ich zusätzlich zu Schmerzmitteln tun?
Neben Schmerzmitteln kannst du im Alltag viel dafür tun, dass dein Hund sich wohler fühlt: das Gewicht im Normalbereich halten, die Bewegung an seine Möglichkeiten anpassen, rutschige Böden entschärfen und ihm einen weichen, stützenden Liegeplatz geben. Bei Arthrose und Rückenproblemen ist Physiotherapie eine sinnvolle Ergänzung zur tierärztlichen Behandlung.
Gerade beim reflektorischen Schmerz setzt die Physiotherapie dort an, wo Tabletten allein oft nicht hinkommen: an der verspannten Muskulatur und an den Schonhaltungen, die sich über Wochen eingeschliffen haben. In der Physiotherapie achte ich außerdem auf Dinge, die oft übersehen werden: zu lange Krallen, ein Geschirr, das die Schulter einengt, oder der tägliche Sprung aus dem Kofferraum.
Worauf muss ich bei der Gabe von Schmerzmitteln achten?
Gib Schmerzmittel immer genau so, wie es deine Tierärztin oder dein Tierarzt verordnet hat: in der verschriebenen Menge, zur verschriebenen Zeit und so lange wie vereinbart. Ob das Mittel mit oder ohne Futter gegeben wird, steht in der Packungsbeilage; frag nach, wenn du unsicher bist.
- Gewicht im Blick behalten: Die Dosis richtet sich nach dem Körpergewicht. Nimmt dein Hund deutlich zu oder ab, sprich die Dosierung mit der Praxis ab.
- Nicht kombinieren: Gib keine weiteren Schmerzmittel, auch keine frei verkäuflichen, ohne Rücksprache.
- Kontrollen bei Dauergabe: Bekommt dein Hund über längere Zeit Schmerzmittel, sind regelmäßige Blutuntersuchungen sinnvoll, um Nieren und Leber im Blick zu behalten.
- Tablette verweigert? Viele Hunde nehmen Tabletten in einem Stück Leberwurst oder Käse. Frag vorher nach, ob das bei deinem Mittel in Ordnung ist. Kontrolliere danach, ob die Tablette wirklich geschluckt wurde.
Weitere häufige Fragen zu Schmerzmitteln für Hunde
Ein bestes Schmerzmittel für alle Hunde gibt es nicht. Welches Mittel passt, hängt von der Ursache und Art der Schmerzen ab und davon, ob sie akut oder chronisch sind. Ebenso entscheidend ist der Gesundheitszustand deines Hundes, vor allem der von Magen, Nieren, Leber und Herz. Die Entscheidung trifft deine Tierärztin oder dein Tierarzt nach der Untersuchung.
Nein. Schmerzmittel für Hunde wie Meloxicam, Carprofen, Grapiprant oder Metamizol sind verschreibungspflichtig. Du bekommst sie nur über die Tierarztpraxis oder mit einem tierärztlichen Rezept. Frei verkäufliche Schmerzmittel für Menschen sind für Hunde nicht geeignet.
Novalgin selbst ist ein Humanarzneimittel. Für Hunde sind Tierarzneimittel mit demselben Wirkstoff Metamizol als Injektionslösung zugelassen. Tabletten oder Tropfen wie Novalgin darf die Tierärztin oder der Tierarzt im Rahmen der Umwidmung verordnen; die Dosis legt sie für deinen Hund fest.
Gabapentin wird vor allem bei Nervenschmerzen eingesetzt, etwa bei Rückenproblemen, nach einem Bandscheibenvorfall oder bei chronischen Schmerzen, bei denen das Nervensystem überempfindlich reagiert. Oft bekommt der Hund es zusätzlich zu einem entzündungshemmenden Schmerzmittel. Die häufigste Nebenwirkung ist Benommenheit.
Ruf sofort deine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an, auch wenn dein Hund noch keine Beschwerden zeigt. Halte die Packung bereit, damit die Praxis Wirkstoff, Stärke und Menge einschätzen kann. Je früher behandelt wird, desto besser lassen sich Schäden an Magen und Nieren verhindern.
Bei chronischen Schmerzen wie Arthrose bekommen viele Hunde über Monate oder Jahre Schmerzmittel. Das ist möglich, wenn die Tierarztpraxis die Behandlung begleitet: mit regelmäßigen Kontrollen, Blutuntersuchungen und der Frage, ob Dosis und Wirkstoff noch passen.
Traumeel ist ein homöopathisches Präparat. Solche Mittel ersetzen kein Schmerzmittel, das deine Tierärztin oder dein Tierarzt verordnet hat. Wenn du zusätzlich etwas geben möchtest, sprich es vorher mit der Praxis ab, damit es zur übrigen Behandlung passt.
Achtung: Ich erstelle meine Beiträge mit großer Sorgfalt, kann aber keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit übernehmen. Sie dienen der allgemeinen Information von Hundehalterinnen und Hundehaltern und ersetzen keine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Wende dich bei Fragen zur Gesundheit deines Hundes, etwa zu Risiken und Nebenwirkungen von Medikamenten oder Futtermitteln, immer an eine Tierarztpraxis deines Vertrauens.
Quellen
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Produktinformation Metacam (Meloxicam)
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Produktinformation Galliprant (Grapiprant)
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Produktinformation Librela (Bedinvetmab); aktuelle Liste der Nebenwirkungen beim Veterinary Medicines Directorate (Stand Februar 2026)
- Farrell, M. et al. (2025): Musculoskeletal adverse events in dogs receiving bedinvetmab (Librela). Frontiers in Veterinary Science
- Journal of the American Veterinary Medical Association (2026): Bedinvetmab (Librela/Beransa) in dogs raises safety concerns, including rapidly progressive osteoarthritis, and warrants vigilant adverse event reporting. doi: 10.2460/javma.26.03.0170
- Union Product Database der EU: Metamizol WDT, Injektionslösung für Pferd, Rind, Schwein, Hund
- Union Product Database der EU: Phen-Pred 50 mg + 1,5 mg Tabletten für Hunde
- International Association for the Study of Pain (IASP): Terminologie zu Schmerzformen
- MSD Veterinary Manual: Analgesics Toxicity
- Monteiro, B. P. et al. (2023): 2022 WSAVA guidelines for the recognition, assessment and treatment of pain. Journal of Small Animal Practice, über WSAVA Global Pain Council








