Zahn­stein beim Hund: Zahn­stein­ent­fer­nung, Vor­beu­gung und Zahn­pfle­ge

Dein Hund ver­wei­gert sein Fut­ter, hat Mund­ge­ruch oder lei­det unter Zahn­fleisch­blu­ten? Zu den mög­li­chen Ursa­chen für die­se alar­mie­ren­den Sym­pto­me gehört unter ande­rem Zahn­stein. Wor­an Du erken­nen kannst ob Dein Hund Zahn­stein hat, wie es zur Bil­dung von Zahn­stein kommt, war­um die­ser Dei­nem Vier­bei­ner gefähr­lich wer­den kann und wie Du Zahn­stein selbst ent­fer­nen und vor­beu­gen kannst, ver­ra­ten wir Dir in die­sem Arti­kel.

Was ist Zahn­stein?

Als Zahn­stein wer­den Abla­ge­run­gen auf den Zäh­nen bezeich­net. Die­se haben in der Regel eine gelb­li­che bis bräun­li­che Fär­bung und bestehen im Wesent­li­chen aus ver­här­te­tem Zahn­be­lag (Plaque). Klei­ne­re Men­gen Zahn­stein las­sen sich beim Hund noch recht ein­fach selbst ent­fer­nen. Da Zahn­stein — gera­de in grö­ße­ren Men­gen — äußerst fest sitzt, ist dann in der Regel eine pro­fes­sio­nel­le Ent­fer­nung durch den Tier­arzt unter Nar­ko­se not­wen­dig. Damit es erst gar nicht soweit kommt, soll­test Du mit Hil­fe ent­spre­chen­der Maß­nah­men dafür sor­gen, dass Dein Hund erst gar kei­nen Zahn­stein bekommt.

Zahnstein beim Hund
Leich­ter Fall von Zahn­stein beim Hund
Zahnstein Hund
Star­ker Fall von Zahn­stein beim Hund

Wie ent­steht Zahn­stein?

Wie bei uns Men­schen lässt sich die Bil­dung von Zahn­stein beim Hund meist auf eine man­geln­de Zahn­pfle­ge zurück­füh­ren. Wenn Du Dei­nem Hund in der letz­ten Woche kei­ne Kau­stan­ge gege­ben hast musst Du jetzt aller­dings kei­ne Angst haben.

Zahn­stein ent­steht nicht über Nacht, son­dern durch einen län­ger­fris­ti­gen Pro­zess, bei dem der Zahn­be­lag (Plaque) nach und nach ver­här­tet. Ursäch­lich hier­für sind die im Spei­chel ent­hal­te­nen Mine­ra­li­en. Die­se ver­bin­den sich mit den Fut­ter­res­ten, die nach der Nah­rungs­auf­nah­me an der Zahn­ober­flä­che hän­gen­blei­ben und dort ver­här­ten.

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Wor­an erken­ne ich ob mein Hund Zahn­stein hat?

Um recht­zei­tig zu erken­nen, ob Dein Hund Zahn­stein hat soll­test Du das Gebiss Dei­nes Vier­bei­ners in regel­mä­ßi­gen Abstän­den kon­trol­lie­ren. So kannst Du bei den ers­ten Anzei­chen für Zahn­stein ent­spre­chen­de Maß­nah­men tref­fen und Dei­nen Vier­bei­ner vor den unan­ge­neh­men Begleit­erschei­nun­gen bewah­ren.

Ach­te bei Dei­nen Kon­trol­len auf gräu­lich-gel­be Ver­fär­bun­gen am Zahn­an­satz Dei­nes Lieb­lings. Dabei han­delt es sich um Zahn­stein im Anfangs­sta­di­um.

Wei­ter fort­ge­schrit­te­ner Zahn­stein äußert sich in Form einer bräun­li­chen, zum Teil sogar schwar­zen Schicht, die die Zäh­ne schlimms­ten­falls groß­flä­chig bedeckt.

Zu den wei­te­ren Sym­pto­men von Zahn­stein beim Hund gehö­ren Mund­ge­ruch, Zahn­fleisch­blu­ten und Appe­tit­lo­sig­keit.

Anzei­chen für Zahn­stein beim Hund:

  • Ent­zün­de­tes Zahn­fleisch
  • Unan­ge­neh­mer Mund­ge­ruch
  • Ver­fär­bun­gen an den Zäh­nen
  • Zahn­fleisch­blu­tun­gen
  • Appe­tit­lo­sig­keit
  • Zahn­fleisch­rück­bil­dun­gen
  • Spür­ba­re Abla­ge­run­gen
Hund mit Zahnstein
Hund mit Zahn­stein

Ist Zahn­stein für mei­nen Hund gefähr­lich?

Wenn Du nichts gegen den Zahn­stein unter­nimmst, kann sich dies durch­aus nega­tiv auf die Gesund­heit Dei­nes Hun­des aus­wir­ken. Da die raue Ober­flä­che des Zahn­steins einen idea­len Nähr­bo­den für Bak­te­ri­en dar­stellt, kön­nen die­se sich unge­hin­dert ver­meh­ren.

Unbe­han­delt kommt es auf die­se Art und Wei­se schnell zu Zahn­fleisch­ent­zün­dun­gen, Kari­es und Par­odon­to­se (Zahn­fleisch­schwund). Zu die­sem Zeit­punkt hat der betrof­fe­ne Hund dann bereits mas­si­ve Schmer­zen und/oder Pro­ble­me beim Fres­sen.

Schlimms­ten­falls führt eine Par­odon­to­se zu offen lie­gen­den Zahn­wur­zeln und Zahn­ver­lust. Sogar die Kie­fer­kno­chen kön­nen durch die Ent­zün­dung ange­grif­fen und zer­stört wer­den.

Außer­dem kön­nen die Bak­te­ri­en aus der Mund­höh­le in den Blut­kreis­lauf gelan­gen und somit auch dem Rest des Orga­nis­mus scha­den.

Bekom­men eini­ge Hun­de schnel­ler Zahn­stein als ande­re?

An und für sich kann jeder Hund Zahn­stein bekom­men. Aller­dings nei­gen klei­ne­re Hun­de eher zu Zahn­stein als ihre grö­ße­ren Art­ge­nos­sen. Dies hängt dar­an, dass die Zäh­ne auf­grund der klei­ne­ren Mund­höh­le enger zusam­men­ste­hen. Auch Fehl­stel­lun­gen des Kie­fers und der Zäh­ne kom­men bei klei­ne­ren Hun­den häu­fi­ger vor. Nah­rungs­res­te kön­nen sich so bes­ser fest­set­zen und bei man­geln­der Zahn­pfle­ge zu Zahn­stein füh­ren.

Wie kann ich Zahn­stein beim Hund vor­beu­gen?

Vor­beu­gen ist bes­ser als hei­len. Um Dei­nen Hund gesund zu hal­ten und ihm den Gang zum Tier­arzt zu erspa­ren soll­test Du ver­su­chen, die Bil­dung von Zahn­stein von vorn­her­ein zu ver­mei­den. Mit wel­chen Maß­nah­men Du ver­hin­dern kannst, dass Dein Hund Zahn­stein bekommt erfährst Du im fol­gen­den Abschnitt.

Ernäh­rungs­um­stel­lung zur Prä­ven­ti­on von Zahn­stein

Die Bil­dung von Zahn­stein beim Hund lässt sich in vie­len Fäl­len auf die Ernäh­rung zurück­füh­ren. Wild­le­ben­de Hun­de, sowie Wöl­fe, müs­sen ihre Zäh­ne ein­set­zen, um Fleisch zu zer­rei­ßen und Kno­chen zu spal­ten. Dabei wer­den even­tu­ell vor­han­de­ne Zahn­be­lä­ge qua­si bei­läu­fig abge­rie­ben, so dass Zahn­stein kaum eine Chan­ce hat.

Unse­re gelieb­ten Haus­hun­de hin­ge­gen, wer­den mit rela­tiv wei­chem Tro­cken- oder Nass­fut­ter und zucker­hal­ti­gen Lecker­lies ver­wöhnt. Es ist also nicht wei­ter ver­wun­der­lich, dass vie­le Hun­de bereits in jun­gen Jah­ren Pro­ble­me mit Zahn­stein bekom­men.

Um Zahn­stein so gut es geht vor­zu­beu­gen, soll­test Du Dei­nem Hund hoch­wer­ti­ges Hun­de­fut­ter füt­tern (bei­spiels­wei­se Trockenfutter/ Nass­fut­ter mit hohem Fleisch­an­teil, BARF). Stel­le außer­dem sicher, dass das Hun­de­fut­ter frei von Getrei­de und Zucker ist. Im Fut­ter ent­hal­te­nes Getrei­de und Zucker begüns­ti­gen näm­lich die Zahn­stein­bil­dung beim Hund.

Natur­be­las­se­ne Kaus­nacks wie Och­sen­zie­mer, Rin­der­kopf­haut und ähn­li­che Kau­ar­ti­kel sind gut zur Zahn­pfle­ge geeig­net. Damit es nicht zu Plaque-Abla­ge­run­gen auf den Zäh­nen kommt, soll­test Du Dei­nem Vier­bei­ner in regel­mä­ßi­gen Abstän­den etwas zum Kau­en geben. Hier­zu eige­nen sich auch wun­der­bar Kau­spiel­zeu­ge für Hun­de. Weni­ger gut eig­nen sich spe­zi­el­le Den­tal- oder Zahn­rei­ni­gungs-Snacks, die zwar so hei­ßen, aber Unmen­gen an Getrei­de und Zucker ent­hal­ten.

Mit Kauspielzeug Zahnstein vorbeugen
Kau­spiel­zeug kann gegen Zahn­stein hel­fen

Regel­mä­ßi­ge Zahn­pfle­ge beim Hund beugt Zahn­stein vor

Eine wei­te­re, sehr effek­ti­ve Mög­lich­keit der Pro­phy­la­xe stellt die regel­mä­ßi­ge Zahn­pfle­ge beim Hund dar. Die Aus­wahl an Pro­duk­ten, die sich zur Zahn­pfle­ge eig­nen ist groß. Immer mehr Her­stel­ler bie­ten Pro­duk­te zur Zahn­pfle­ge beim Hund an. Zuneh­men­der Beliebt­heit erfreu­en sich Hun­de­zahn­bürs­ten. Hier gibt es ver­schie­dens­te Model­le. Am bes­ten pro­bierst Du ein­fach aus, mit wel­cher Hun­de­zahn­bürs­te Du und Dein Hund am bes­ten zurecht kommt.

Da nicht alle Hun­de so gedul­dig sind, dass sie das Pro­ze­de­re in Ruhe über sich erge­hen las­sen, soll­test Du Dei­nen Hund bereits im Wel­pen­al­ter an das Zäh­ne­put­zen gewöh­nen.

Um Dei­nem Hund die Zäh­ne zu put­zen, hast Du die Wahl zwi­schen klas­si­schen Zahn­bürs­ten für Hun­de, Fin­ger­lin­gen, elek­tri­schen Zahn­bürs­ten und Ultra­schall­zahn­bürs­ten, jeweils mit spe­zi­el­len Zahn­cremes.

Aus hygie­ni­schen Grün­den, soll­te die Hun­de­zahn­bürs­te bzw. die Bürs­ten­köp­fe regel­mä­ßig — spä­tes­tens alle 3 Mona­te — aus­ge­tauscht wer­den.

Klas­si­sche Hun­de­zahn­bürs­ten mit Griff zur Zahn­pfle­ge

Bei der klas­si­schen Hun­de­zahn­bürs­te soll­te die Grö­ße des ver­wen­de­ten Bürs­ten­kop­fes immer an die Grö­ße des Hun­des bzw. an die Grö­ße der Hun­de­zäh­ne ange­passt wer­den. Beson­ders prak­tisch sind Hun­de­zahn­bürs­ten mit ver­schie­den gro­ßen Bürs­ten­köp­fen an bei­den Enden:

Unse­re Emp­feh­lun­gen für klas­si­sche Hun­de­zahn­bürs­ten:

Hun­de­zahn­pas­ta

Bit­te ver­wen­de zum Zäh­ne­put­zen bei Dei­nem Hund nur spe­zi­el­le Zahn­pas­ta, die für Hun­de geeig­net ist. Die Inhalts­stof­fe von Zahn­pas­ta für Men­schen sind in der Regel für Hun­de nicht geeig­net!

Unse­re Hun­de­zahn­pas­ta-Emp­feh­lun­gen:

Fin­ger­lin­ge zur Ver­mei­dung von Zahn­stein beim Hund

Soge­nann­te Fin­ger­lin­ge wer­den auf den Fin­ger auf­ge­steckt. Gera­de bei Hun­den, die noch nicht so gut an das Zäh­ne­put­zen gewöhnt sind, bie­tet sich die Ver­wen­dung von Fin­ger­lin­gen an. Bei wei­chen Fin­ger­lin­gen ist die Ver­let­zungs­ge­fahr für den Hund außer­dem deut­lich nied­ri­ger als bei der klas­si­schen Hun­de­zahn­bürs­te.

Unse­re Emp­feh­lun­gen für Fin­ger­ling-Zahn­bürs­ten:

Einen Fin­ger­ling im Ein­satz siehst Du in die­sem Video:

YouTube

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Elek­tri­sche Zahn­bürs­ten für Hun­de zur Vor­beu­gung von Zahn­stein

Elek­tri­sche Zahn­bürs­ten für Hun­de funk­tio­nie­ren nach dem glei­chen Prin­zip wie elek­tri­sche Zahn­bürs­ten bei Men­schen: Strom bewegt einen beweg­li­chen Bürs­ten­kopf. Durch die schnel­len Bewe­gun­gen des Bürs­ten­kopfs haben elek­tri­sche Zahn­bürs­ten eine deut­lich­bes­se­re Putz­wir­kung als manu­el­le Zahn­bürs­ten. Vie­le Hun­de tole­rie­ren das Zäh­ne­put­zen mit die­sen Zahn­bürs­ten lei­der auf­grund von Vibra­tio­nen und Geräu­schen eher schlecht. Daher raten wir Dir eher zur Ver­wen­dung einer Ultra­schall­zahn­bürs­te für Hun­de.

Zahn­pfle­ge mit einer Ultra­schall­zahn­bürs­te für Hun­de

Klas­si­sche Hun­de­zahn­bürs­ten, Fin­ger­lin­ge und elek­tri­sche Hun­de­zahn­bürs­ten rei­ni­gen die Hun­de­zäh­ne durch mecha­ni­sche Rei­bung. Soge­nann­te Ultra­schall­zahn­bürs­ten rei­ni­gen die Zäh­ne Dei­nes Hun­des durch Ultra­schall. Als Ultra­schall wird Schall bezeich­net, des­sen Fre­quenz ober­halb des Hör­fre­quenz­be­reichs des Men­schen liegt.

Ins­be­son­de­re Model­le wie die „Emmi-Pet“- Ultra­schall­zahn­bürt­se, wel­che den Zahn­stein mit Ultra­schall ent­fer­nen, ste­hen bei Hun­de­freun­den hoch im Kurs und das nicht ohne Grund! Eine Ultra­schall­zahn­bürs­te für Hun­de gibt Dir die Mög­lich­keit, Plaque sowie bereits vor­han­de­nen Zahn­stein selbst­stän­dig und effek­tiv zu besei­ti­gen — ohne Nar­ko­se.

Hund mit Emmi Pet Ultraschallzahnbürste Zahnstein entfernen
Zäh­ne­put­zen beim Hund mit der Emmi-Pet Zahn­bürs­te

Die Vor­tei­le einer Ultra­schall­zahn­bürs­te für Hun­de

  • Kei­ne unnö­ti­gen Besu­che beim Tier­arzt: Der Vor­teil einer Ultra­schall­zahn­bürs­te liegt unter ande­rem in der Tat­sa­che, dass Du Dei­nem Lieb­ling den Stress eines Tier­arzt­be­suchs und das Risi­ko einer Nar­ko­se erspa­ren kannst. In vie­len Fäl­len kannst Du mit der Ultra­schall­zahn­bürs­te selbst läs­ti­gen Zahn­stein ent­fer­nen und sehr effek­tiv vor­beu­gen kannst.
  • Stress­freie Anwen­dung und hohe Akzep­tanz: Da Ultra­schall­zahn­bürs­ten voll­kom­men geräusch­los sind und ein mecha­ni­sches Bürs­ten nicht not­wen­dig ist, eig­nen Sie sich auch für ängst­li­che Hun­de.
  • Tie­fen­wirk­sam: Die Ultra­schall­wel­len sind nicht nur zur ober­fläch­li­chen Zahn­pfle­ge geeig­net, son­dern drin­gen bis zu 12 Mil­li­me­ter ins Zahn­fleisch ein und besei­ti­gen dort ange­sam­mel­te Bak­te­ri­en. Somit lässt sich die Gefahr einer ent­ste­hen­den Para­don­ti­tis zusätz­lich redu­zie­ren.

Ganz wich­tig: Für die Anwen­dung der Emmi Pet Ultra­schall­zahn­bürs­te ist die Ver­wen­dung spe­zi­el­ler Emmi Pet Zahn­pas­ta nötig, ansons­ten funk­tio­niert die Rei­ni­gung nicht.

In die­sem Video siehst Du die ein­fa­che Anwen­dung der Emmi Pet Ultra­schall­zahn­bürs­te:

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Wei­te­re Mög­lich­kei­ten zur Zahn­pfle­ge beim Hund

Da die Anschaf­fung einer Ultra­schall­zahn­bürs­te für Hun­de nicht für jeden infra­ge kommt, möch­ten wir Dich in die­sem Abschnitt über alter­na­ti­ve Mög­lich­kei­ten zur Zahn­pfle­ge infor­mie­ren.

Zahn­stein­ent­fer­ner für Hun­de

Zahn­stein­ent­fer­ner für Hun­de sehen aus wie die Instru­men­te, die wir vom Zahn­arzt ken­nen und sind dazu gedacht, den Zahn­stein von den Zäh­nen zu scha­ben.

Mit die­sen Instru­men­ten ist es grund­sätz­lich mög­lich die Zahn­stein­ent­fer­nung selbst vor­zu­neh­men. Dabei besteht aller­dings ein enor­mes Risi­ko. Du musst Dir dar­über im Kla­ren sein, dass Du beim Abrut­schen das Zahn­fleisch oder die Mund­schleim­haut Dei­nes Hun­des ernst­haft ver­let­zen oder den Zahn­schmelz beschä­di­gen könn­test.

Ach­tung: Auf­grund der oben genann­ten Grün­de möch­ten wir an die­ser Stel­le expli­zit vor der Ver­wen­dung eines Zahn­stein­krat­zers oder ähn­li­chen Instru­men­ten war­nen. Die­se Instru­men­te soll­test Du nur bei einen sehr ruhi­gen Hund und ganz vor­sich­tig anwen­den. Im Zwei­fel bit­te immer den Tier­arzt zu Rate zie­hen!

Unse­re Zahn­stein­ent­fer­ner-Emp­feh­lung:

Zahn­pfle­ge-Gel für Hun­de

Eine wei­te­re Alter­na­ti­ve zur Zahn­pfle­ge beim Hund stel­len spe­zi­el­le Zahn­pfle­ge-Gels auf Enzym­ba­sis dar. Die­se wer­den über einen län­ge­ren Zeit­raum z.B. mit­hil­fe eines Fin­ger­lings auf den Zahn­stein auf­ge­tra­gen. Ziel ist, es den Zahn­stein los­zu­wer­den, bezie­hungs­wei­se so weit auf­zu­wei­chen, dass der Hund ihn mit Hil­fe von natür­li­chen Kau­pro­duk­ten oder Kau­spiel­zeug selbst­stän­dig lösen kann.

Rei­chen die Kau­pro­duk­te nicht aus, kannst Du den Zahn­stein nach der Behand­lung mit dem Zahn­pfle­ge-Gel meist selbst mit einer Zahn­bürs­te ent­fer­nen. Erkenn­ba­re Resul­ta­te las­sen sich jedoch nur erzie­len, wenn man die Behand­lung über einen län­ge­ren Zeit­raum — meist meh­re­re Wochen — vor­nimmt.

Unse­re Zahn­pfle­ge-Gel Emp­feh­lung:

Das enzym­hal­ti­ge Zahn­pfle­ge-Gel von Oro­zy­me ist unser kla­rer Favo­rit. Trägt man das Gel über meh­re­re Wochen regel­mä­ßig auf die Hun­de­zäh­ne auf, löst sich der Zahn­stein durch Kau­pro­duk­te sehr gut. An Stel­len, an die die Kau­pro­duk­te nicht hin­kom­men, soll­test Du zusätz­lich mit einer Zahn­bürs­te nach­hel­fen.

Tipp: Das Zahn­pfle­ge-Gel lässt sich beson­ders gut mit einer Fin­ger­zahn­bürs­te auf­tra­gen. Alter­na­tiv dazu lässt sich das Gel auch wun­der­bar mit befüll­ba­ren Kau­spiel­zeu­gen ver­wen­den!

Wie gewöh­ne ich mei­nen Hund an die Zahn­pfle­ge?

Dein Hund dreht sich weg, knurrt oder fängt gar an nach Dir zu schnap­pen, wenn Du sei­ne Zäh­ne put­zen möch­test? Beson­ders unsi­che­re oder ängst­li­che Hun­de haben häu­fig Schwie­rig­kei­ten mit der Zahn­pfle­ge. Damit Du die Zäh­ne Dei­nes Vier­bei­ners den­noch sau­ber hal­ten kannst, soll­test Du ihn schritt­wei­se an das unge­wohn­te Pro­ze­de­re gewöh­nen. Hier­zu kannst Du fol­gen­der­ma­ßen vor­ge­hen.

  • Begin­ne mit einem ein­fa­chen Berüh­rungs­trai­ning. Sor­ge für eine ruhi­ge Atmo­sphä­re und streich­le die Lef­zen Dei­nes Hun­des zunächst von außen. Wenn Dein Lieb­ling ver­trau­en fasst und sich dies gefal­len lässt, kannst du vor­sich­tig anfan­gen das Zahn­fleisch zu mas­sie­ren.
  • Nach eini­gen Übungs­ein­hei­ten kannst Du all­mäh­lich anfan­gen, die Zahn­bürs­te ins Spiel zu brin­gen. Zeig Dei­nem Hund die Zahn­bürs­te und berüh­re ihn damit. So merkt er, dass kei­ne Gefahr von der Zahn­bürs­te aus­geht.
  • Wenn Dein Vier­bei­ner ent­spannt bleibt, wäh­rend Du sei­ne Zäh­ne und das Zahn­fleisch berührst, kannst Du mit der eigent­li­chen Zahn­pfle­ge anfan­gen. Dabei soll­test Du die Inter­val­le zunächst kurz­hal­ten und dich nach und nach stei­gern.

Ach­tung: Wenn Dein Hund sich trotz inten­si­ven Trai­nings nicht von dir anfas­sen las­sen möch­te, soll­test Du ihn zu nichts zwin­gen. In die­sem Fall emp­feh­len wir Dir, dich ent­we­der an einen erfah­re­nen Hun­de­trai­ner zu wen­den oder den Gang zum Tier­arzt anzu­tre­ten.

Am bes­ten gewöhnst Du Dei­nen Hund schon im Wel­pen­al­ter spie­le­risch an das Zäh­ne­put­zen indem Du ihn immer mal zwi­schen­durch am Maul und an den Lef­zen anfasst und vor­sich­tig Dei­ne Fin­ger im Maul hin und her bewegst.

Zahnpflege beim Hund
Zahn­pfle­ge beim Hund

Wann soll­te ich wegen des Zahn­steins zum Tier­arzt?

Um die Gesund­heit Dei­nes Vier­bei­ners nicht leicht­fer­tig aufs Spiel zu set­zen, soll­test Du im Zwei­fels­fall die Mei­nung eines Exper­ten ein­ho­len. Unse­rer Mei­nung nach ist es bes­ser ein­mal zu viel zum Tier­arzt zu fah­ren, als ernst­haf­te gesund­heit­li­che Kon­se­quen­zen zu ris­kie­ren. Dei­nem Hund zulie­be raten wir Dir in fol­gen­den Fäl­len einen Tier­arzt zu kon­sul­tie­ren:

  • Star­ker, anhal­ten­der Mund­ge­ruch
  • Unge­wöhn­li­ches Fressverhalten/Futterverweigerung
  • Star­ker Spei­chel­fluss
  • Abla­ge­run­gen auf den Zäh­nen, die sich nicht ent­fer­nen las­sen
  • Schmerz­emp­find­lich­keit im Bereich des Kie­fers
  • Häu­fi­ges Krat­zen im Maul­be­reich

Was kos­tet die Zahn­stein­ent­fer­nung durch den Tier­arzt?

Die­se Fra­ge lässt sich nicht pau­schal beant­wor­ten. Wie bei allen tier­ärzt­li­chen Leis­tun­gen set­zen sich die Kos­ten für die Zahn­stein­ent­fer­nung beim Hund aus unter­schied­li­chen Fak­to­ren zusam­men. So hängt der end­gül­ti­ge Preis für die Zahn­stein­ent­fer­nung unter ande­rem von den ver­wen­de­ten Medi­ka­men­ten, dem Nar­ko­se­mit­tel, den zum Ein­satz kom­men­den Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en und der aktu­ell gül­ti­gen Gebüh­ren­ord­nung ab. Erfah­rungs­ge­mäß kos­tet die Zahn­stein­ent­fer­nung beim Tier­arzt zwi­schen 150€ und 250€.

Tipp: Wer eine Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung abge­schlos­sen hat, bekommt je nach Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen die Kos­ten einer Zahn­stein­ent­fer­nung beim Tier­arzt erstat­tet!

Fazit zum Zahn­stein bei Hun­den

Zahn­stein beim Hund ist eine Fol­ge­er­schei­nung man­geln­der Zahn­pfle­ge, die schwer­wie­gen­de gesund­heit­li­che Fol­gen mit sich brin­gen kann. Wenn Du nicht möch­test, dass Dein Hund Zahn­stein bekommt, soll­test Du die Zahn­pfle­ge ernst neh­men und Dei­nem Hund regel­mä­ßig Kau­ar­ti­kel geben und Kau­spiel­zeu­ge zur Ver­fü­gung stel­len. Am bes­ten gehst Du zusätz­lich mit einer Ultra­schall­zahn­bürs­te für Hun­de gegen die Abla­ge­run­gen vor. Auch eine Anpas­sung der Ernäh­rung kann Dei­nen Vier­bei­ner vor Zahn­stein schüt­zen. Soll­test Du bei einer Kon­trol­le fest­stel­len, dass Dein Hund bereits star­ken Zahn­stein hat, ist es wich­tig kei­ne Zeit zu ver­lie­ren und einen Ter­min beim Tier­arzt zu ver­ein­ba­ren, damit die­ser den Zahn­stein ent­fer­nen kann.

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Christina Williger

Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen, Gründerin

Im Laufe meines Lebens hatte (und habe) ich schon unzählige Haustiere. Zudem war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine Tierliebe veranlasste mich dazu, als Bloggerin & Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und meine langjährigen Erfahrungen und mein umfangreiches Wissen über Tiere mit anderen zu teilen. Inspiriert durch die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon habe ich mich außerdem zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weitergebildet. Mit meinen Büchern und Blogs möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, deren Lebensqualität nachhaltig verbessern und so zu einem harmonischeren Zusammenleben von Mensch und Tier beitragen.