Schat­ten­plät­ze für Hun­de: Hit­ze­schutz im Gar­ten und auf der Ter­ras­se

Sobald das Ther­mo­me­ter über 25 Grad klet­tert, wird der son­ni­ge Lieb­lings­platz im Gar­ten für vie­le Vier­bei­ner zur Belas­tung. Wäh­rend Men­schen sich ein­fach ein küh­les Getränk holen und ins Haus ver­schwin­den, lie­gen Hun­de oft wei­ter drau­ßen, weil sie ihre Fami­lie nicht aus den Augen las­sen wol­len. Umso wich­ti­ger ist es, dass drau­ßen ein Platz exis­tiert, an dem Dein Hund der Son­ne wirk­lich ent­kom­men kann.

Am zuver­läs­sigs­ten gelingt das mit bau­li­chem Schat­ten: Eine Alu­mi­ni­um Ter­ras­sen­über­da­chung spen­det dau­er­haft Schat­ten auf der Ter­ras­se, hält UV-Strah­lung ab und macht den Platz auch bei Som­mer­re­gen nutz­bar. Anders als ein Son­nen­schirm muss sie nicht täg­lich auf- und abge­baut oder dem Son­nen­stand nach­ge­führt wer­den. Ergänzt um natür­li­che Schat­ten­spen­der im Gar­ten, fri­sches Was­ser und Abküh­lungs­mög­lich­kei­ten ent­steht so ein Außen­be­reich, in dem Dein Hund den gan­zen Som­mer über sicher auf­ge­ho­ben ist.

In die­sem Bei­trag erfährst Du, war­um Hit­ze für Hun­de so gefähr­lich ist, wel­che Schat­ten­plät­ze sich im Gar­ten und auf der Ter­ras­se bewäh­ren und wel­che Feh­ler Du an hei­ßen Tagen unbe­dingt ver­mei­den soll­test.

Schattenplätze für Hunde: Hitzeschutz im Garten und auf der Terrasse
Schat­ten­plät­ze für Hun­de: Hit­ze­schutz im Gar­ten und auf der Ter­ras­se

Hit­ze­schutz im Gar­ten: Das Wich­tigs­te in Kür­ze

Hun­de kön­nen Hit­ze deut­lich schlech­ter regu­lie­ren als Men­schen: Sie schwit­zen kaum und küh­len sich fast aus­schließ­lich durch Hecheln. Ein schat­ti­ger, gut belüf­te­ter Rück­zugs­ort im Gar­ten oder auf der Ter­ras­se ist des­halb an war­men Tagen kein Luxus, son­dern Pflicht.

  • Ab etwa 25 Grad Luft­tem­pe­ra­tur brau­chen Hun­de jeder­zeit Zugang zu Schat­ten und fri­schem Was­ser, ab 28 bis 30 Grad steigt das Hitz­schlag­ri­si­ko deut­lich.
  • Stein­plat­ten, Beton und Asphalt errei­chen bei 30 Grad Luft­tem­pe­ra­tur Ober­flä­chen­tem­pe­ra­tu­ren von 50 bis 60 Grad und ver­bren­nen unge­schütz­te Pfo­ten­bal­len.
  • Fes­te Lösun­gen wie eine Ter­ras­sen­über­da­chung, ein Son­nen­se­gel oder Baum­schat­ten sind zuver­läs­si­ger als ein Son­nen­schirm, des­sen Schat­ten mit dem Son­nen­stand wan­dert.
  • Abküh­lung von außen wirkt am bes­ten über Pfo­ten und Bauch, etwa mit einem fla­chen Hun­d­e­pool mit 10 bis 20 Zen­ti­me­tern Was­ser­stand.
  • Bei Anzei­chen von Über­hit­zung wie extre­mem Hecheln, tief­ro­ter Zun­ge und Tau­meln gilt: sofort in den Schat­ten, lang­sam küh­len und umge­hend zum Tier­arzt.

War­um ist Hit­ze für Hun­de so gefähr­lich?

Hun­de besit­zen Schweiß­drü­sen fast nur an den Pfo­ten­bal­len und regu­lie­ren ihre Kör­per­tem­pe­ra­tur zu über 70 Pro­zent durch Hecheln. Steigt die Kör­per­tem­pe­ra­tur von nor­ma­len 37,5 bis 39 Grad auf über 41 Grad, droht ein lebens­be­droh­li­cher Hitz­schlag.

Das Hecheln funk­tio­niert nur, solan­ge die Umge­bungs­luft küh­ler ist als der Hun­de­kör­per und der Hund aus­rei­chend trin­ken kann. In der pral­len Son­ne, bei hoher Luft­feuch­tig­keit oder in auf­ge­heiz­ten Berei­chen ohne Luft­zir­ku­la­ti­on stößt die­ses Kühl­sys­tem schnell an sei­ne Gren­zen. Beson­ders gefähr­det sind:

  • Kurz­köp­fi­ge Ras­sen wie Mops, Fran­zö­si­sche Bull­dog­ge oder Boxer, deren ver­kürz­te Atem­we­ge das Hecheln erschwe­ren
  • Wel­pen und Senio­ren, deren Tem­pe­ra­tur­re­gu­la­ti­on noch nicht voll ent­wi­ckelt oder bereits ein­ge­schränkt ist
  • Über­ge­wich­ti­ge Hun­de, weil die Fett­schicht wie eine Iso­lie­rung wirkt
  • Hun­de mit dunk­lem oder sehr dich­tem Fell, das sich in der Son­ne stark auf­heizt

Auch der Unter­grund spielt eine Rol­le: Stein­plat­ten, Beton und Asphalt errei­chen bei 30 Grad Luft­tem­pe­ra­tur Ober­flä­chen­tem­pe­ra­tu­ren von 50 bis 60 Grad. Das ver­brennt nicht nur die Pfo­ten­bal­len, son­dern heizt einen lie­gen­den Hund zusätz­lich von unten auf.

Wor­an erkennst Du, dass Dei­nem Hund zu heiß ist?

Ers­te Warn­zei­chen für Über­hit­zung sind star­kes, anhal­ten­des Hecheln, eine tief­ro­te Zun­ge, zäher Spei­chel und Unru­he. Kom­men Tau­meln, gla­si­ger Blick, Erbre­chen oder Teil­nahms­lo­sig­keit hin­zu, han­delt es sich um einen Not­fall, der sofort tier­ärzt­lich behan­delt wer­den muss.

Bis dahin gilt: Bring Dei­nen Hund in den Schat­ten, bie­te ihm Was­ser an und küh­le ihn lang­sam, begin­nend an den Pfo­ten und Bei­nen, mit lau­war­mem bis küh­lem (nicht eis­kal­tem) Was­ser. Ein ein­fa­cher Selbst­test hilft Dir außer­dem, gefähr­li­che Unter­grün­de zu erken­nen: Lege Dei­ne Hand­flä­che für 7 Sekun­den auf den Boden. Kannst Du die Hand nicht so lan­ge lie­gen las­sen, ist der Unter­grund auch für Hun­de­pfo­ten zu heiß.

Wel­che Schat­ten­plät­ze eig­nen sich für Hun­de im Gar­ten?

Im Gar­ten eig­nen sich ver­schie­de­ne Arten von Schat­ten­plät­zen für Hun­de: dich­te Laub­bäu­me und Sträu­cher, ein Son­nen­se­gel, eine gut belüf­te­te Hun­de­hüt­te und küh­le Boden­flä­chen wie Rasen oder Erde im Schat­ten. Ide­al ist eine Kom­bi­na­ti­on, damit Dein Hund je nach Son­nen­stand wech­seln kann.

Natür­li­cher Schat­ten unter Bäu­men und Sträu­chern ist für vie­le Hun­de die ers­te Wahl, denn der Boden dar­un­ter bleibt kühl und die Blät­ter sor­gen für Luft­zir­ku­la­ti­on. Ein Son­nen­se­gel über­spannt fle­xi­bel auch Berei­che ohne Bepflan­zung, muss aber je nach Son­nen­stand nach­jus­tiert wer­den. Eine Hun­de­hüt­te spen­det eben­falls Schat­ten, soll­te im Som­mer jedoch selbst im Schat­ten ste­hen und gut belüf­tet sein, sonst staut sich die Hit­ze im Inne­ren.

Vie­le Hun­de gra­ben sich an hei­ßen Tagen zudem eine fla­che Kuh­le in küh­le, schat­ti­ge Erde. Wenn Du dafür eine fes­te Bud­del­ecke ein­rich­test, bleibt der Rest des Gar­tens ver­schont und Dein Hund hat sei­nen selbst­ge­mach­ten „Kühl­platz“.

Wie machst Du die Ter­ras­se zum küh­len Rück­zugs­ort für Dei­nen Hund?

Eine hun­de­freund­li­che Som­mer-Ter­ras­se braucht drei Din­ge: dau­er­haf­ten Schat­ten von oben, einen Unter­grund, der sich nicht auf­heizt, und einen fes­ten Lie­ge­platz mit Was­ser in Reich­wei­te. Eine fes­te Über­da­chung erfüllt den ers­ten Punkt zuver­läs­si­ger als jeder Schirm.

Der Vor­teil einer fest instal­lier­ten Über­da­chung liegt in der Ver­läss­lich­keit: Der Schat­ten wan­dert nicht mit dem Son­nen­stand davon, es gibt kei­ne Stand­fü­ße als Stol­per­fal­len, und der Platz bleibt auch bei einem Som­mer­ge­wit­ter tro­cken. Gera­de Hun­de, die ger­ne drau­ßen lie­gen und das Gesche­hen beob­ach­ten, behal­ten so ihren Lieb­lings­platz über den gan­zen Tag.

Beim Unter­grund gilt: Hel­le Belä­ge hei­zen sich weni­ger auf als dunk­le, Holz weni­ger als Stein. Liegt Dei­ne Ter­ras­se mit Stein­plat­ten in der Son­ne, hilft eine erhöh­te Lie­ge­flä­che wie ein Hun­de­bett mit Abstand zum Boden oder eine selbst­küh­len­de Mat­te. Stel­le den Was­ser­napf eben­falls in den Schat­ten und wechs­le das Was­ser mehr­mals täg­lich, denn abge­stan­de­nes, war­mes Was­ser trin­ken vie­le Hun­de nur wider­wil­lig.

Wie hilft Was­ser Dei­nem Hund beim Abküh­len?

Was­ser kühlt Hun­de auf zwei Wegen: von innen durch aus­rei­chen­des Trin­ken (etwa 50 bis 100 Mil­li­li­ter pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht an hei­ßen Tagen) und von außen über nas­se Pfo­ten, Bei­ne und Bauch. Ein fla­cher Hun­d­e­pool im Schat­ten ver­bin­det bei­des mit Beschäf­ti­gung.

Ein sta­bi­ler, falt­ba­rer Hun­d­e­pool mit 10 bis 20 Zen­ti­me­tern Was­ser­stand reicht völ­lig aus, denn die Küh­lung wirkt vor allem über Pfo­ten und Bauch. Was­ser­scheue Hun­de las­sen sich oft mit einem Spiel­zeug oder ein paar schwim­men­den Lecker­lis an den Pool gewöh­nen. Auch ein kur­zes Spiel mit dem Rasen­spren­ger sorgt bei vie­len Vier­bei­nern für Begeis­te­rung und Abküh­lung zugleich.

Eine ruhi­ge­re Alter­na­ti­ve für hei­ße Nach­mit­ta­ge: Bestrei­che eine Schleck­mat­te für Hun­de mit Natur­jo­ghurt oder zer­drück­ter Bana­ne und lege sie für 1 bis 2 Stun­den ins Gefrier­fach. Das lang­sa­me Able­cken der gefro­re­nen Fül­lung kühlt, beschäf­tigt und beru­higt Dei­nen Hund gleich­zei­tig.

Wel­che Feh­ler soll­test Du an hei­ßen Som­mer­ta­gen ver­mei­den?

Die vier größ­ten Feh­ler an Hit­ze­ta­gen sind: den Hund im Auto zurück­las­sen, Spa­zier­gän­ge in der Mit­tags­hit­ze, sport­li­che Akti­vi­tä­ten bei über 25 Grad und feh­len­der Zugang zu Schat­ten und Was­ser im Gar­ten. Jeder die­ser Feh­ler kann einen Hitz­schlag aus­lö­sen.

Das Auto ist dabei die gefähr­lichs­te Fal­le: Bei 28 Grad Außen­tem­pe­ra­tur steigt die Innen­tem­pe­ra­tur eines gepark­ten Autos inner­halb einer Stun­de auf über 50 Grad, ein leicht geöff­ne­tes Fens­ter ändert dar­an prak­tisch nichts. Lass Dei­nen Hund im Som­mer des­halb nie­mals im Auto zurück, auch nicht „nur für 5 Minu­ten“.

Ver­le­ge Spa­zier­gän­ge und Trai­ning in die frü­hen Mor­gen- und spä­ten Abend­stun­den, wenn Luft und Asphalt abge­kühlt sind. Ver­zich­te bei Tem­pe­ra­tu­ren über 25 Grad auf Ball­spie­le, Fahr­rad­tou­ren und Hun­de­sport. Und prü­fe, ob Dein Hund im Gar­ten jeder­zeit selbst­stän­dig Schat­ten und fri­sches Was­ser errei­chen kann, auch wenn nie­mand zu Hau­se ist. Wie Du Dei­nen Außen­be­reich dar­über hin­aus sicher und art­ge­recht ein­rich­test, liest Du im Bei­trag über den hun­de­freund­lich gestal­te­ten Gar­ten.

Häu­fig gestell­te Fra­gen zum Hit­ze­schutz für Hun­de

Ab wel­cher Tem­pe­ra­tur wird es für Hun­de gefähr­lich?

Ab etwa 25 Grad Luft­tem­pe­ra­tur soll­test Du Anstren­gung ver­mei­den und auf Schat­ten ach­ten. Ab 28 bis 30 Grad steigt das Hitz­schlag­ri­si­ko deut­lich, beson­ders für kurz­köp­fi­ge Ras­sen, Wel­pen, Senio­ren und über­ge­wich­ti­ge Hun­de. Hohe Luft­feuch­tig­keit ver­schärft die Belas­tung zusätz­lich, weil das Hecheln dann schlech­ter kühlt.

Soll­te ich mei­nen Hund im Som­mer sche­ren?

Bei den meis­ten Hun­den mit Unter­wol­le ist Sche­ren kei­ne gute Idee, denn das Deck­haar iso­liert auch gegen Hit­ze und schützt die Haut vor Son­nen­brand. Sinn­vol­ler ist regel­mä­ßi­ges Bürs­ten, um lose Unter­wol­le zu ent­fer­nen. Eine Schur soll­test Du nur nach Rück­spra­che mit Tier­arzt oder Hun­de­fri­seur in Betracht zie­hen.

Darf mein Hund bei Hit­ze eis­kal­tes Was­ser trin­ken?

Küh­les Was­ser ist erlaubt und wird gern ange­nom­men, eis­kal­tes Was­ser in gro­ßen Men­gen kann jedoch den Magen rei­zen. Bie­te am bes­ten fri­sches, küh­les (nicht eis­ge­kühl­tes) Was­ser an meh­re­ren Stel­len an und tau­sche es mehr­mals täg­lich aus.

Reicht ein Son­nen­schirm als Schat­ten­platz aus?

Ein Son­nen­schirm ist bes­ser als gar kein Schat­ten, hat aber Nach­tei­le: Der Schat­ten­be­reich wan­dert mit dem Son­nen­stand, bei Wind muss der Schirm geschlos­sen wer­den und die beschat­te­te Flä­che ist klein. Fes­te Lösun­gen wie eine Über­da­chung, ein gro­ßes Son­nen­se­gel oder natür­li­cher Baum­schat­ten sind für einen ganz­tä­gi­gen Hun­de­platz die zuver­läs­si­ge­re Wahl.

Wor­an erken­ne ich einen Hitz­schlag beim Hund?

Typi­sche Anzei­chen sind extre­mes Hecheln, tief­ro­te oder bläu­li­che Zun­ge, zäher Spei­chel, Tau­meln, Erbre­chen, Durch­fall und Teil­nahms­lo­sig­keit bis hin zur Bewusst­lo­sig­keit. Ein Hitz­schlag ist ein Not­fall: Bring Dei­nen Hund sofort in den Schat­ten, küh­le ihn lang­sam mit Was­ser (begin­nend an den Pfo­ten) und fah­re umge­hend zum Tier­arzt.

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Christina Williger

Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Autorin | Gründerin von Hund-als-Haustier.de

Tiere sind seit jeher ein zentraler Teil meines Lebens. Durch meine langjährige Erfahrung mit verschiedenen Haustieren sowie fast 20 Jahre im Pferdesport und Hundesport habe ich ein tiefes Verständnis für ihre Bedürfnisse entwickelt. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich dazu bewegt, mich intensiv mit Tierernährung zu beschäftigen und mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Heute teile ich mein Wissen und meine Erfahrung in Büchern, Ratgebern und Fachartikeln rund um die artgerechte Tierhaltung sowie die Ernährung von Hunden und Katzen.