Ein Hund bringt viel Bewegung ins Leben, will sozial betreut werden, braucht medizinische Versorgung und täglich sein Futter im Napf. Wer sein Leben mit Hund planen will, muss sich auch über die Kosten im Klaren sein, bevor die erste Pfote vor die Tür gesetzt wird. Laut Schätzungen des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) gibt ein Hundebesitzer in Deutschland im Jahr im Schnitt zwischen 1.500 und 3.000 Euro für seinen Hund aus, je nach Größe, Rasse und Gesundheitszustand. Dieser Artikel zeigt auf, wofür das Geld wirklich ausgegeben wird.
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Anschaffungskosten: Was alles vor dem ersten Tag anfällt
Der Kaufpreis oder die Schutzgebühr ist nur der Anfang der Anfangskosten, nicht das Ende. Ein reinrassiger Hund vom seriösen Züchter schlägt je nach Rasse mit Kosten zwischen 500 und über 3.000 Euro zu Buche. Die Schutzgebühr beim Tierheim beträgt in der Regel zwischen 150 und 400 Euro, meist einschließlich Erste Impfung, Chip und Kastration. Zur Grundausstattung gehören Leine, Halsband oder Geschirr, Napf, Schlafplatz, Transportbox und erstes Spielzeug. Wer diese Positionen ordentlich abdeckt, landet bei 200 bis 500 Euro. Für Qualitätsartikel, etwa eine orthopädische Hundematte oder ein stabiles Reisegitter fürs Auto, kann man aber auch leicht mehr ausgeben.
Direkt nach der Anschaffung muss der Hund im zuständigen Ordnungsamt gemeldet werden. Ob eine Hundehaftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben ist, hängt vom Bundesland ab. In Hamburg, Berlin und im Saarland ist eine solche Versicherung Pflicht, in anderen Bundesländern nicht. Ein Überblick über die Regelungen gibt die Verbraucherzentrale. Auch wenn keine gesetzliche Pflicht besteht, ist der Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung ratsam, da Schäden, die ein Hund an Dritten anrichtet, im schlimmsten Fall existenzbedrohende Summen erreichen können.
Die einmaligen Startkosten summieren sich schnell auf 600 bis 1.500 Euro, noch ohne Kaufpreis des Tieres.
Futter, Pflege und Alltag: Wo das meiste Geld regelmäßig fließt
Der größte laufende Kostenfaktor ist das Futter. Wie viel Hundefutter, während der ersten Lebensjahre, benötigen Hunde je nach Rasse und Größe? Pauschal lässt sich dies schwer beantworten. Der Futterbedarf richtet sich nach Körpergewicht, Alter, Bewegungsintensität und Gesundheitszustand. Ein mittelgroßer Hund mit etwa 15 bis 25 kg Gewicht verbraucht im Monat 40 bis 100 € an Futter. Bei großen Rassen wie zB. Schäferhunden mit 25 bis 30 kg Gewicht oder Retrievern kann dies auf 130 bis 180 € steigen.
Die Qualitätsunterschiede zwischen den Fertigfutterprodukten sind sehr groß, was auch die Preise erklärt. Ein objektiver Preisvergleich für Tierfutter zeigt alle Überraschungen, die der Vergleichspreis für identische Produkte einzelner Marken und Onlineshops so bietet. Wer hier regelmäßig vergleicht, spart im Laufe eines Jahres leicht 100 bis 200 €, ohne daß er sich bei der Wahl des Futters einschränken muss.
Achten Sie bei dem Futter selbst auf die Zutatenliste. Gutes Hundefutter hat als erste Zutat eine genau bezeichnete Fleischquelle, hat einen Rohproteingehalt von mindestens 25 bis 30 %, und enthält kein übertriebenes Maß von Getreide und Zuckerarten. Orientierungshilfen geben unter anderem die Richtlinien zur Beurteilung von Hunden der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG).
Neben dem Futter kommen Pflegekosten auf den Halter zu. Rassen mit langem oder stark wachsendem Fell (z. B. Pudel, Malteser, viele Terrier-Rassen) benötigen alle sechs bis acht Wochen einen Termin beim Hundefriseur. Je nach Region und Hundegewicht kostet das 40 bis 100 Euro pro Termin. Kurzhaarige Rassen kommen mit regelmäßigem Bürsten und gelegentlichem Baden viel preisgünstiger davon.
Die jährliche Hundesteuer variiert je nach Gemeinde stark, von wenig unter 50 Euro in ländlichen Gegenden bis über 200 Euro in einigen Großstädten. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund weist in seinem Bericht darauf hin, dass in vielen Gemeinden die Steuerbelastung seit einigen Jahren gestiegen ist. Bei einem sogenannten Listenhund (Hunde, die als gefährlich gelten) können erhöhten Steuersätze anfallen.
Tierarztkosten: Vorsorge ist billiger als Notfall
Tierarztkosten sind sehr schwer allgemein bezifferbar, da sie stark vom Gesundheitszustand des einzelnen Tieres abhängen. Was man aber deutlich sagen kann: Regelmäßige Vorsorge kostet auf lange Sicht weniger als vermeidbare Notfallbehandlung!
Zur jährlichen Grundversorgung gehören Impfauffrischungen gegen Staupe, Parvovirose und Leptospirose, dazu Entwurmungen und eine allgemeine Gesundheitsuntersuchung. Die Kosten dieser Posten schwanken je nach Praxis und Region zwischen 80 und 200 Euro pro Jahr. Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) sieht Mindest- und Regelgebührensätze vor. Praxen dürfen je nach Aufwand aber auch den zwei- oder dreifachen Satz abrechnen, etwa bei aufwendigen Untersuchungen.
Das größte finanzielle Risiko stellen Operationen dar. Ein Kreuzbandriss kostet in Deutschland je nach Operationstechnik und Klinik zwischen 2000 und über 5000 Euro. Magendrehungen, die vor allem bei großen Rassen vorkommen, kosten in etwa genauso viel. Eine OP-Kosten-Versicherung kann in solchen Fällen existenziell wichtig werden! Monatliche Prämien bewegen sich je nach Rasse, Eintrittsalter und Umfang des Schutzes zwischen 15 und 60 Euro. Je früher jemand abschließt, desto günstiger sind die Prämien. Vorerkrankungen sind in der Regel vom Schutz ausgeschlossen. Versteckte Kosten, die im Alltag überraschen.
Versteckte Posten, die im Alltag oft überraschen
Neben den gängigen Ausgaben kommen noch jede Menge Kosten hinzu, die viele Ersthundebesitzer erst im laufenden Betrieb kennenlernen. Urlaub ist ein großes Thema. Hundepension oder professioneller Tiersitter kosten je nach Region und Anbieter zwischen 20 und 50 Euro am Tag. Nimmt man zwei Wochen Urlaub im Jahr, schlägt das mit 300 bis 700 Euro oben drauf. Sachschäden durch den Hund, etwa an Möbeln, Böden oder auch Schuhen, sind keine Leistung der Hundehaftpflicht, die ja nur Schäden an Dritten absichert. Auch Hausratversicherungen schließen Schäden durch eigene Haustiere in der Regel aus. Und es kommen laufende Ausgaben für Zecken- und Flohschutz, Leckerlis und Trainingsmaterial dazu, für Leinen, Spielzeug, Schlafpads usw. Hochgerechnet läppert sich das. Für einen mittelgroßen, gesunden Hund in Deutschland kommen Halter so, wenn sie alle Posten zusammenrechnen, auf monatliche Gesamtausgaben von 120 bis 250 Euro. Bei Großrassen, kränkelnden Tieren oder Rassen mit hohem Pflegeaufwand auch schon mal 300 Euro und mehr. Wer solche Zahlen vor der Anschaffung kennt und ehrlich durchrechnet, entscheidet sich nachhaltiger, für sich und für das Tier.






